Digitale Bücher können Umweltvorteil bieten

06.03.2020
Kann denn Lesen Sünde sein? Kommt darauf an: Sowohl Bücher aus Papier als auch digitale E-Books hinterlassen einen ökologischen Fußabdruck. Doch welche Variante ist besser fürs Klima?
Sind gedruckte oder digitale Bücher besser fürs Klima? Eindeutig lässt sich diese Frage nicht beantworten. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Sind gedruckte oder digitale Bücher besser fürs Klima? Eindeutig lässt sich diese Frage nicht beantworten. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Freiburg (dpa/tmn) - Wer einen E-Book-Reader kauft, sollte ihn auch konsequent nutzen. Denn je länger das Gerät genutzt wird, desto mehr Gedrucktes kann es ersetzen und desto günstiger fällt sein ökologischer Fußabdruck aus. Schließlich werden bei der Produktion eines Readers Ressourcen verbraucht. Darauf weist das Freiburger Öko-Institut hin.

Setzt man die Lektüre von zehn Büchern mit jeweils 200 Seiten als Vergleichsmaßstab an, erzeugt man auf einem E-Book-Reader durch die Herstellung und Nutzung dieser Anzahl digitaler Bücher 8 Kilogramm CO2, wie das Institut vorrechnet.

Bei zehn gedruckten Büchern gleichen Umfangs entstehen bei der Herstellung aus Frischfaserpapier den Angaben zufolge 11 Kilogramm CO2 - bei Büchern aus Recyclingpapier sind es nur 9 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein Auto stößt pro verbrauchtem Liter Benzin etwa 2,4 Kilogramm CO2 aus.

Gemäß dem Klimaschutz-Grundsatz «vermeiden, verringern, ausgleichen», ist es den Experten zufolge am besten, keine neuen, sondern gebrauchte Bücher zu kaufen, Bücher in Bibliotheken oder von Freunden auszuleihen und auch die eigenen Bücher weiterzugeben. So verteilten sich Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen aus der Herstellung auf viele Nutzerinnen und Nutzer auf.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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