Die Bahn verspricht mehr Pünktlichkeit

17.01.2019
Unpünktliche Züge sind ein tägliches Ärgernis für Tausende Bahnkunden. Die Bahn gelobt Besserung, der Bund als Eigner will «massiv investieren». Wichtige Fragen aber wie die Finanzierung und künftige Konzernstrukturen sind vorerst offen.
Mehr Investitionen, mehr Personal, besserer Service, weniger Staus auf der Schiene: Die Deutsche Bahn will mit einem Maßnahmenpaket aus der Krise und die Pünktlichkeit der Züge erhöhen. Foto: Stefan Sauer
Mehr Investitionen, mehr Personal, besserer Service, weniger Staus auf der Schiene: Die Deutsche Bahn will mit einem Maßnahmenpaket aus der Krise und die Pünktlichkeit der Züge erhöhen. Foto: Stefan Sauer

Berlin (dpa) - Mit mehr Personal will die Deutsche Bahn den Weg aus der Krise schaffen und pünktlicher werden. Voraussichtlich rund 22.000 neue Mitarbeiter sollen eingestellt werden, vor allem Lokführer, Fahrdienstleiter und Instandhalter.

Das bekräftigte die Deutsche Bahn nach einem Treffen der Konzern-Spitze mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in Berlin. Zudem sollen fünf Prozent mehr ICE-Züge - täglich mindestens 225 - einsatzbereit sein. Die Bahn will auch die Mitarbeiter-Teams verdoppeln, die sich um die pünktliche Abfahrt von Zügen kümmern.

Eine Personalaufstockung gehört allerdings zu den Maßnahmen, die bereits vorher bekannt waren. Neu ist, dass die Bahn sich stärker als bisher darauf konzentrieren will, Engpässe an besonders neuralgischen Punkten im Netz zu verringern. Daneben sollen Züge schneller gewartet und Kunden besser über Verspätungen oder Gleiswechsel informiert werden. Scheuer zeigte sich zufrieden über das vorgelegte Paket. Er hatte nach einem ersten Treffen mit der Bahn am Dienstag gesagt, für Bahnkunden solle es bis zum Sommer spürbare Verbesserungen geben.

Bahn-Chef Richard Lutz sagte: «Wir kommen an unsere Grenzen, Wachstum führt zu Engpässen. Wir brauchen mehr Kapazitäten, um die Verkehre von heute und morgen zu bewältigen. Deswegen gehen wir den Ausbau entschlossen an - im Netz, mit neuen Zügen und mehr Mitarbeitern.» Er kündigte an, dass sich die Pünktlichkeit im Fernverkehr im Jahr 2019 um 1,6 Prozentpunkte auf 76,5 Prozent erhöhen werde.

Bahnkunden sollen in den Bahnhöfen zudem besser informiert werden: Rund 80 Bahnhöfe sollen dazu in den kommenden Monaten mit neuen Anzeigen, Monitoren und Tafeln ausgerüstet werden. Wegen Staus auf dem Schienennetz, Baustellen und Mängeln bei den Fahrzeugen war 2018 im Jahresdurchschnitt jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn zu spät.

Pressemitteilung Deutsche Bahn AG


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Im Jahresdurchschnitt kamen 74,9 Prozent der ICE, Intercitys und Eurocitys pünktlich and Ziel. Das ist der niedrigste Wert seit 2015. Foto: Matthias Balk Jeder vierte Fernzug war 2018 zu spät Die Bilanz ist ernüchternd: Jeder vierte Fernzug kam 2018 zu spät. Die Deutsche Bahn hat damit ihr Ziel weit verfehlt. Zum Jahresende gab es einen Hoffnungsschimmer.
Bei der Deutschen Bahn ist noch immer fast jeder vierte Fernzug unpünktlich. Foto: Jan Woitas Bahn verfehlt ihr Pünktlichkeitsziel auch im April Die Bahn bleibt bei der Pünktlichkeit im Fernverkehr deutlich hinter dem selbstgesteckten Ziel zurück. Nun soll ein neues Lagezentrum die mangelhafte Leistung verbessern.
Die Lufthansa hat nach eigener Aussage in diesem Sommer rund 250 Millionen Euro an Passagiere gezahlt. Das Unternehmen will nun die gleiche Summe investieren. Foto: Silas Stein Luftfahrt-Gipfel: Flugverkehr muss pünktlicher werden Nach einem Chaos-Sommer für viele Fluggäste haben sich Politik und Wirtschaft auf einige Schritte gegen Verspätungen und Ausfälle geeinigt. Sie versprechen: Das Drama von 2018 wird sich im nächsten Jahr nicht wiederholen.
Kommt es in den Osterferien wieder zu Chaos auf den Flughäfen? Mehr Boden- und Flugpersonal sowie Reservemschinen sollen Schlimmstes verhindern. Foto: Tobias Hase Was Flugreisende in den Osterferien erwartet Ostern ist der erste Reisehöhepunkt im Jahr. Die Luftverkehrsbranche will in diesem Jahr vieles besser machen als 2018. Aber das System arbeitet an seinen Grenzen.