Der richtige Schutz fürs Smartphone-Display

02.04.2019
Für Smartphone-Displays lauern fast überall Gefahren. Doch mit einer Schutzschicht auf dem Bildschirm lassen sich viele unschöne Kratzer verhindern. Aber bietet diese auch Schutz bei Stürzen?
Das Aufbringen einer Displayschutzfolie sieht kompliziert aus - ist es aber nicht. Foto: Franziska Gabbert
Das Aufbringen einer Displayschutzfolie sieht kompliziert aus - ist es aber nicht. Foto: Franziska Gabbert

Lübeck (dpa/tmn) - Münzen, Schlüssel oder andere spitze Gegenstände können ein Smartphone-Display verkratzen, bei Stürzen kann es sogar bersten. Das ist ärgerlich und die Reparatur mitunter teuer. Zusätzlicher Schutz kann deshalb sinnvoll sein.

«Wer ein sehr wertiges Smartphone besitzt, sollte zu einer zusätzlichen Folie greifen», rät Jannik Degner von «Smartphonepiloten.de». Zwar sind die meisten Telefone bereits mit sehr robustem Glas ausgestattet. Eine Folie bietet aber zusätzlichen Schutz vor Kratzern, die etwa den Wiederverkaufswert des Gerätes schmälern könnten.

Drei Schutzschicht-Arten

Insgesamt kann man zwischen drei verschiedenen Schutzschicht-Arten wählen. Folien aus Kunststoff sind besonders unauffällig und halten kleinere Beschädigungen ab. Schlüsseln halten aber auch sie meist nicht Stand. «Außerdem kann die Schutzfolie je nach Hersteller schwer zu montieren sein», meint Jannik Degner.

Ein Schutzglas ist dagegen leichter auf das Display aufzubringen. «Es hält einige härtere Schläge aus, ist schlüsselresistent, und scharfe oder spitze Gegenstände hinterlassen nur kleine Kratzer», erklärt Degner. Denn Panzerglas erreicht je nach Hersteller bis zu 9H auf der Mohsschen Härteskala, mit der die Widerstandsfähigkeit von Displays gemessen wird. Den höchsten Härtegrad von 10H hat ein Diamant.

Außerdem gibt es noch Schutzschichten, die aufgesprüht werden. Vorteil: «Man muss keine Folie zuschneiden und hat keine Probleme mit Lufteinschlüssen unter der Folie», sagt Blasius Kawalkowski von «Inside-Handy.de». Flüssiger Displayschutz zum Aufsprühen besteht hauptsächlich aus Siliziumoxid. Das ist quasi flüssiges Glas. Es setzt sich auch in die winzigen Unebenheiten des Displayglases und soll dies so widerstandsfähiger machen. «In Tests schneiden die Mittel aber mal so, mal so ab», schränkt Kawalkowski ein.

Welcher Härtegrad soll es sein?

Die Entscheidung für ein Produkt sollte man vor allem vom gewünschten Härtegrad der Schutzschicht abhängig machen, rät Alexander Emunds vom Telekommunikationsportal «Teltarif.de». «Wer auf Nummer sicher gehen und sein Smartphone so gut es geht vor Schäden schützen will, sollte auf den Härtegrad der Folie achten.» Manche Schutzfolie aus Kunststoff weist nur einen Härtegrad von 3H auf.

Außerdem spielen noch weitere Faktoren beim Kauf eine Rolle. Die Schutzfolien gibt es nämlich in verschiedenen Ausführungen. Neben klaren Folien gibt es zum Beispiel auch noch matte. Während klare ein relativ unverfälschtes Bild zeigen, kann dieses bei matten Folien leicht verändert sein, weiß Blasius Kawalkowski.

Dafür haben matte Folien andere Stärken. Fingerabdrücke sind etwa nicht so schnell zu sehen. «Was für viele das wohl wichtigste Kaufargument sein dürfte: Die matten Folien entspiegeln das Display und sind antireflektierend», meint Kawalkowski. Das sei vor allem im Freien und bei Sonne von Vorteil.

Vollverspiegelung und Blickschutz

Zudem gibt es noch Spezialfolien mit Vollverspiegelung oder Blickschutz. Erstere werden durchsichtig, sobald der Nutzer das Display einschaltet. Sie haben bei ausgeschaltetem Display eine Spiegelfunktion. Blickschutz-Folien grenzen den Betrachtungswinkel auf etwa 30 Grad ein. «Das bedeutet, dass der Sitznachbar in der Bahn bei einem Blick auf ihr Smartphone-Display den Inhalt nicht sieht. Er dürfte vielmehr irritiert sein, warum Sie auf einem schwarzen Bildschirm herumtippen», erklärt Blasius Kawalkowski.

Der Preis einer Schutzfolie hängt oft mit der Aktualität des Smartphones zusammen. «Kommt ein neues Modell auf den Markt, sind passende Folien in der Regel teurer als für Geräte, die schon länger erhältlich sind», sagt Alexander Emunds. Im Prinzip sei eine Schutzauflage mit hohem Härtegrad für viele Modelle für unter zehn Euro zu haben.

Man sollte sich aber nicht komplett auf Schutzauflagen verlassen: «Mit Glück können Displayschutzfolien aus Panzerglas den ein oder anderen Sturz oder Kratzer abfedern», sagt Emunds. Insbesondere bei einem Sturz könnten außer dem Display aber auch andere Teile beschädigt werden. Er rät deshalb, das Smartphone zusätzlich mit einer Hülle wie etwa einem Silikon-Bumper vor den Folgen von Stürzen zu schützen.

Displayschutz richtig aufbringen

Wie eine Schutzfolie, Schutz- oder Flüssigglas richtig aufgebracht wird, ist meist in einer beiliegenden Anleitung erklärt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass das Display sauber und fettfrei ist. Ein Mikrofasertuch hilft beim Reinigen und beim Entfernen von Staub, der sonst etwa bei Folien zu kleinen Blasen zwischen Display und Schutzschicht führen kann.

«Um eine Displayfolie aufzutragen, sollte man sich Zeit nehmen und eine ruhige Hand haben», rät Alexander Emunds vom Telekommunikationsportal «Teltarif.de». Wer es sich nicht selbst zutraut, kann auch zum Profi gehen. «Elektrohändler bieten das oft gegen einen Aufpreis an. Dann gehen Nutzer sicher, dass die Folie sauber auf dem Smartphone-Display aufgetragen wird.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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