Das Moto G8 Power im Test

06.03.2020
Ein dicker Akku für mehr als nur einen Tag - davon träumen viele Smartphone-Nutzer. Mit dem G8 Power verspricht Motorola Unabhängigkeit vom Stromnetz - und bügelt Schwächen des Vorgängers aus.
Klarer Designfortschritt: Die Montage zeigt links das Moto G7 Power mit krümeligem Display und großer «Notch» für Kameras und Sensoren, und rechts das neue Motorola G8 Power. Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn
Klarer Designfortschritt: Die Montage zeigt links das Moto G7 Power mit krümeligem Display und großer «Notch» für Kameras und Sensoren, und rechts das neue Motorola G8 Power. Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Mehr Power, das ist regelmäßig die Antwort auf die Frage, was sich Nutzer von ihrem neuen Smartphone wünschen. Und damit ist meistens nicht die Rechenleistung gemeint, sondern schlicht die Laufzeit. Motorolas Power-Ausführungen der G-Klasse sollen genau das liefern und für kleines Geld laufen, laufen, laufen.

Mit dem G7 Power gestartet, geht die Modell-Idee jetzt in die zweite Auflage. Das schlicht G8 Power genannte Gerät ist eine radikale Abkehr vom Vorgänger. Der sparte mit einem recht krümeligen HD-Display und Spar-Hardware Strom. Richtig elegant war das nicht. Das G8 setzt auf den neuen Motorola-One-Look mit nahezu frontfüllendem Bildschirm und kleinem Display-Loch für die Selfiekamera. Keine Spur mehr vom klobigen «Notch» für Kameras und Sensoren oben im Display, stattdessen Oberklasse-Look für 230 Euro.

Im Alltag hält das G8 Power, was es verspricht. Ein, zwei, drei Tage - bei normaler Nutzung mit Messenger-Apps, etwas Musik hören, Nachrichten lesen und ein paar Fotos - sind kein Problem. Verhaltene Nutzer und Nutzerinnen können die Zeit zwischen zwei Ladezyklen gern auch mal auf fünf Tage ausdehnen. 5000 Milliamperestunden fasst der Akku, per Schnellladung ist er in etwas mehr als einer Stunde wieder voll. So weit, so gut.

Interessante Eigenarten, modernes Betriebssystem

Und noch mehr gefällt an dem recht großen G8 Power: Schaut man das Gerät an, hebt es an oder tippt auf das Display, werden Benachrichtigungen angezeigt, der Fingerabdrucksensor funktioniert schnell und zuverlässig. Motorola fügt noch einige praktische Bedienungshilfen hinzu.

Auch die Kamerabatterie mit Weitwinkel-, Superweitwinkel- und Zweifach-Telekamera liefert brauchbare Fotos. Unterstützt wird das Trio von einer Makrokamera mit zwei Megapixeln Auflösung für Detailaufnahmen aus nächster Nähe. Videos filmt das G8 Power maximal in 4K-Auflösung (3840 zu 2160 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde.

Ab Werk ist Android 10 vorinstalliert, damit ist moderne Software an Bord. Mit einer Einschränkung allerdings. Das Gerät ist nicht Teil von Googles Android-One-Programm mit garantierten Updates und Sicherheits-Patches. Wie oft und lange es also Updates geben wird: unklar. Auf Nachfrage sichert Motorola zumindest den Sprung auf die nächste Androidversion 11 zu.

Im Inneren hat der Sparfuchs mitgeplant

Blickt man in die Tiefen der Chips des G8 Power wird klar, wie Motorola das Gerät zu diesem Preis anbieten kann. Zwar wirkt im Inneren nicht mehr der schwachbrüstige Snapdrafon 632, sondern der flottere Snapdragon 665, dafür wird an vielen Stellen gespart. So gibt es einen 64 Gigabyte günstigen eMMC-Speicher, maximal WLAN 4 und die Qual der Wahl für Nutzer: Speicherkarte oder zweite SIM-Karte. Schade für Freunde von kontaktlosem Bezahlen via Googlepay: Es gibt keinen NFC-Chip.

Den meisten Nutzern dürften diese technischen Feinheiten im Alltag ehrlicherweise nicht auffallen. Außer vielleicht eine kleine Gedenksekunde beim Scharfrechnen von Fotos oder den neuesten Spiele-Apps mit Funkelgrafik.

Fazit: Arbeitspferd für Kompromissbereite

Das Moto G8 Power macht Schluss mit dem leidigen Akkuproblem. Zumindest für den angenommenen Normalnutzer mit ein paar Nachrichten, Videos, Web und Fotos am Tag. Dauerstreamer schaffen es aber auch, den großen Akku an einem Tag leer zu schauen. Dafür ist das Gerät hinreichend flott, sieht schön aus und kostet erfreulich wenig. Käufer sollten sich aber der teils etwas spartanischen Hardware im Inneren bewusst sein und gut abwägen, ob sie diesen Kompromiss eingehen wollen.

Mit dem großen Akku in einem recht günstigen Smartphone steht Motorola auch längst nicht mehr alleine dar. Hersteller wie Wiko, Xiaomi, Oppo und auch Gigaset haben mit dem View 4, Redmi 8, A5 und GS270 günstige Smartphones mit großen Batterien im Angebot. Aber auch hier erkauft man sich den niedrigen Preis und die hohe Akkulaufzeit mit teils veralteter oder schwacher Hardware. Im Vergleich liefert das G8 Power in diesem Segment bislang das ausgewogenste Paket.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Das Moto G7 von Motorola gibt es ab 250 Euro. Es ist das neue Allround-Modell der Reihe mit dem gleichen Chip wie die günstigeren Modelle, dafür aber mit besserem Bildschirm und Doppelkamera. Foto: Robert Günther/dpa-tmn Die G7-Smartphones im Test Motorolas neue G7-Reihe umfasst gleich vier unterschiedliche Modelle. Hersteller Lenovo will damit verschiedenen Nutzertypen und ihren Ansprüchen gerecht werden. Kann das gelingen?
64 Gigabyte Speicher, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, großes Full-HD-Display: Das Motorola Z2 Play (rund 500 Euro) sitzt leistungsmäßig in der oberen Mittelklasse. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn Neue Smartphones von Nokia und Motorola im Test Ein Smartphone von Google mit unverbasteltem Android kostet inzwischen so viel wie ein iPhone oder ein Spitzenmodell von Samsung. Nokia und Motorola bringen in diesen Tagen in Deutschland Modelle für Android-Puristen auf den Markt, die längst nicht so teuer sind.
1480 Euro (UVP) will Samsung für das Galaxy Z Flip haben. Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn Motorola Razr und Galaxy Z Flip im Praxistest Ein Schuss Retrogefühl, ein Hauch Zukunftsträumerei. Mit dem Moto Razr und Samsungs Galaxy Z Flip sind die ersten beiden Klapp-Smartphones für den Alltag da. Moment - für den Alltag?
Passt nicht: Immer mehr, gerade höherpreisige, Smartphones verzichten auf den bekannten Klinkenanschluss für Kopfhörer. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Modernen Smartphones und Kopfhörern fehlt die Klinke Klinke? Lightning? USB-C? Bluetooth? Wer heute einen Kopfhörer für sein Smartphone kauft, muss sich neben Hersteller, Design und Klang auch noch mit der Frage beschäftigen, ob und welchen Anschluss das gute Stück denn haben darf. Modern ist hier nicht immer erste Wahl.