Corona-Warn-App jetzt mit Kontakt-Tagebuch

29.12.2020
Wen habe ich getroffen? Und wo? Wichtige Fragen, um im Fall einer Corona-Erkrankung die Infektionskette nachzuvollziehen. Nach einem Update lassen sich die Daten nun in die Corona-Warn-App eintragen.
Die aktuelle Version 1.10 der Corona-Warn-App auf einem iPhone - das neuste Feature ist ein Kontakt-Tagebuch. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Die aktuelle Version 1.10 der Corona-Warn-App auf einem iPhone - das neuste Feature ist ein Kontakt-Tagebuch. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Nach einem weiteren Update kurz vor dem Jahreswechsel verfügt die Corona-Warn-App nun auch über ein Kontakt-Tagebuch. Mit dessen Hilfe soll eine Rückverfolgung der Begegnungen der jeweils zurückliegenden 14 Tage erleichtert werden.

Wer die aktuelle Version 1.10 herunterladen möchte, kann dies als iPhone-Nutzer ab sofort im App-Store manuell erledigen. Wegen der hohen Download-Zahlen der App steht das Rollout in Wellen bereit. Der Google Play Store bietet zwar keine Möglichkeit, ein manuelles Update anzustoßen. Android-Nutzern soll die neue App-Version aber innerhalb von 48 Stunden nach der Veröffentlichung zur Verfügung stehen, kündigten die Entwickler in ihrem Blog zur Corona-Warn-App an.

Kontakte, Ort und Zeitraum eintragen

Nach erfolgtem Update erscheint beim Öffnen der App das neue Kontakt-Tagebuch. Um die Begegnungen der vergangenen zwei Wochen einzutragen, werden die entsprechenden Kontakte über den blauen Button «+ Person » aus dem persönlichen Telefonbuch übertragen. Zusätzlich können auch Zeitraum und Ort festgehalten werden.

In die Eingabefelder können auch Spitznamen oder eigene Ortsbezeichnungen eingetragen werden. Hiervon raten die App-Entwickler allerdings ab, da dadurch gegebenenfalls eine nachvollziehbare Verfolgung der Infektionskette erschwert oder gar nicht möglich wird. Hat man wiederholt Kontakt zu bestimmten Menschen oder man besucht einen Ort mehrfach, muss dies nicht ein zweites Mal angegeben werden, sondern lässt sich einfach aus der Liste auswählen.

Datenweitergabe ist freiwillig

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann die Daten aus dem Kontakt-Tagebuch an das Gesundheitsamt schicken. Das funktioniert folgendermaßen: Durch das Antippen des Symbols am oberen rechten Rand auf dem Smartphone-Bildschirm öffnet sich ein Menü mit der Funktion «Einträge exportieren», und es erscheint eine Kontaktliste der zurückliegenden 14 Tage. Deren Versand funktioniert per Mail, WhatsApp, iMessage oder SMS. Das Eintragen und die Datenweitergabe an das Gesundheitsamt sind aber rein freiwillig, betonen die Entwickler.

Daten werden automatisch gelöscht

Die ins Tagebuch eingetragenen Daten werden den Entwicklern zufolge nur lokal auf dem Smartphone gespeichert und können jederzeit nachträglich bearbeitet und einzeln gelöscht werden. Im Sinne des Datenschutzes werden sie nach 16 Tagen automatisch wieder gelöscht.

Die Corona-Warn-App ist den Angaben zufolge inzwischen fast 25 Millionen Mal heruntergeladen worden. Für das Robert Koch-Institut (RKI) ist sie ein «wichtiger Baustein in der Pandemiebekämpfung».

Kontakt-Tagebücher auch in anderen Apps

Auch in anderen Apps lässt sich ein Corona-Kontakt-Tagebuch führen. iPhone-Nutzer können sich seit Mitte Dezember zum Beispiel «Dein Tagebuch» kostenlos im App Store herunterladen. Die App ist vom Team der zentralen Meldestelle für Hatespeech, «hassmelden.de», entwickelt worden. Sie besitzt einen ähnlichen Funktionsumfang wie die schon zuvor verfügbare «Coronika»-App der Björn Steiger Stiftung, die für iOS-Geräte ebenso wie für Android-Smartphones erhältlich ist.

Auch mit «Dein Tagebuch» können Treffen festgehalten werden - mit Angaben zu Dauer, Teilnehmeranzahl und anderen Details. Die Daten würden nur auf dem Gerät gespeichert, versprechen die Entwickler. Auch hier lassen sich die Aufzeichnungen aber an das Gesundheitsamt übertragen, was die Nachverfolgung von Kontakten erleichtern kann.

© dpa-infocom, dpa:201218-99-748605/5

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Robert Koch-Institut zur Corona-Warn-App

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App Coronika im Play Store

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Website mit Informationen zu Coronika


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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