Corona-Schutz: Handschuhe bringen auf Reisen nichts

06.03.2020
Man sieht sie in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Flughäfen: Atemmasken und Handschuhe, vermeintlich zum Schutz vor einer Ansteckung mit Corona. Aber bringt das überhaupt was?
Aus Angst vor Corona den ganzen Tag Baumwollhandschuhe tragen? Das ist aus Sicht von Experten keine geeignete Maßnahme auf Reisen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn
Aus Angst vor Corona den ganzen Tag Baumwollhandschuhe tragen? Das ist aus Sicht von Experten keine geeignete Maßnahme auf Reisen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Aus Sorge vor dem neuen Coronavirus greifen Reisende mitunter zu skurrilen Schutzmaßnahmen - die allerdings oft wirkungslos sind. So sind zum Beispiel Handschuhe aus Baumwolle etwa auf einem Kreuzfahrtschiff oder im Flieger nicht hilfreich.

«Handschuhe nehmen alles auf, was Sie berühren», erklärt Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Berlin. Die Gefahr sei dann, dass man mit den Händen irgendwann ins Gesicht gehe. Wenn man schon Handschuhe trage, dann müsse man sie ständig wechseln, wie das etwa in Kliniken passiere - auf Reisen nicht praktikabel.

Fazit Jelinek: «Sie können nicht mit einem Paar Handschuhe durch den Tag gehen, das bringt überhaupt nichts außer Ekzeme.»

Atemmasken helfen dem Träger nicht

Auch Atemmasken aus Papier, die man teils an Flughäfen sieht, seien für den eigenen Schutz nicht effektiv, betont der Reisemediziner. Es bringe nur etwas, wenn ein Infizierter eine Maske trage.

Sich auf einer Reise vor Corona zu schützen, sei nicht so einfach, da es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt, so Jelinek. Er rät: Abstand halten, falls möglich - was etwa im Flugzeug aber nicht unbedingt funktioniert. Darüber hinaus sei regelmäßiges Händewaschen sehr wichtig. «Viel mehr kann man nicht tun.»

Infektionsrisiko unterwegs ist meist gering

Der Experte rät Reisenden jedoch zu Gelassenheit: Die Infektionsgefahr durch das Coronavirus sei in den meisten Destinationen nicht besonders herausragend. «Die Wahrscheinlichkeit, dass man einem begegnet, der einen ansteckt, ist nicht groß.» Zweitens sei die Wahrscheinlichkeit, wirklich ernsthaft an Corona zu erkranken, ebenfalls nicht groß - es sei denn, man gehöre zu einer Risikogruppe.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Reisende dürfen aufgrund einer Verfügung derzeit auch nicht auf die Ostfriesischen Inseln. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/dpa-tmn Was wird jetzt aus meinem Osterurlaub? Die Osterferien kommen näher, doch die Zuspitzung der Coronakrise lässt Urlaub in weite Ferne rücken. Wer Reisepläne für die Feiertage hat, für den sind die Aussichten schlecht.
Aida Cruises verkürzt sein Asien-Programm. Die Schiffe «Aidavita» und «Aidabella» beenden ihre Fahrten in den kommenden Tagen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa Aida beendet Asiensaison: Was heißt das für Reisende? Das Covid-19-Virus breitet sich in Ostasien weiter aus. Aida Cruises hat wegen zunehmender Einschränkungen nun acht geplante Kreuzfahrten in die Region abgesagt. Was Urlauber wissen müssen.
Polizisten kontrollieren am deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden fahrende Fahrzeuge. Foto: Carsten Rehder/dpa Urlauber bleiben bei Einreiseverbot nicht auf Kosten sitzen Dänemark, Polen und Tschechien schließen wegen Corona ihre Grenzen für Ausländer. Was gilt jetzt für gebuchte Reisen?
Stillstand an den Flughäfen. Nach der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes müssen Pauschalreisen in der nächsten Zeit nun kostenlos storniert werden. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn Was gilt jetzt für Stornierungen von Reisen? Das gab es so noch nie: Die Reisetätigkeit kommt komplett zum Erliegen - spätestens mit der weltweiten Reisewarnung der Bundesregierung. Was Urlauber jetzt zu Stornierungen wissen müssen.