Berichte von Protesten können Kinder verstören

05.06.2020
Bilder von Protesten gehen um die Welt. Eltern sollten nicht vergessen, was das mit ihren Kindern machen kann - und sensibel darauf eingehen.
Kinder unter zehn Jahren können Videos oder Fotos von Auseinandersetzungen und Gewalt noch nicht verarbeiten. Foto: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn
Kinder unter zehn Jahren können Videos oder Fotos von Auseinandersetzungen und Gewalt noch nicht verarbeiten. Foto: Arne Dedert/dpa/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei, egal ob in Hongkong oder den USA - auch Kinder können mit oft drastischen Videos und Fotos in Kontakt kommen.

Allerdings können Kinder bis etwa zehn Jahren Nachrichten für Erwachsene kaum verstehen und verarbeiten, warnt die Initiative «Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht». Sie rät zu speziellen Nachrichten für Kinder, die zu den Protesten und Hintergründen kindgerecht informieren.

Die Medienexperten empfehlen Eltern zudem, in Gesprächen ihre eigene Besorgnis nicht zu verschweigen - sondern diese lieber zu erläutern. Sie dürften sich dabei allerdings nicht von den eigenen Gefühlen mitreißen lassen und diese direkt weitergeben. Das versetzt Kinder nur in Angst, gerade wenn sie merken, dass diejenigen, die auf sie aufpassen sollen, selbst ratlos sind.

Wilde Spekulationen würden Kinder ebenfalls unnötig verunsichern. Deshalb sei es wichtig, die Situation möglichst nüchtern zu erklären.
Unabhängig davon wie alt ein Kind ist, wolle es mit seinen Gefühlen ernst genommen werden. Statt Trauer oder Angst zu beschwichtigen, fragen Eltern besser nach: «Was genau macht dich traurig?». Allein schon dieses Interesse sei tröstlich.

Kindgerechte Nachrichten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Anja Kannegießer ist Diplom-Psychologin und Vorsitzende der Sektion Rechtspsychologie beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Foto: Anja Kannegießer Von wem stamme ich ab: Wissen um genetische Herkunft Wer seine leiblichen Eltern nicht kennt, den beschäftigt die Frage nach dem genetischen Vater oder der genetischen Mutter manchmal ein Leben lang. Eine Psychologin erklärt, warum.
Wenn es sich einrichten lässt, ist die Isolation zu Hause eine gute Gelegenheit, mal wieder in Ruhe ein Buch zu lesen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn Strategien gegen den Corona-Lagerkoller Zu Hause, immer, sogar bei der Arbeit - das kann eine große psychische Belastung sein, warnen Experten. Wer sich davor schützen will, kann aber einiges tun. Der erste Schritt: Duschen.
Vielfalt erleben: Das ist eine wichtige Voraussetzung für Kinder, um anderen Menschen offen zu begegnen. Foto: Peter Kneffel/dpa/dpa-tmn Wie spreche ich mit Kindern über Rassismus? Der Tod von George Floyd hat erneut eine Debatte um Rassismus und Gewalt gegen Schwarze entfacht. Wie können Eltern kindgerecht mit diesem Thema umgehen?
Das Kind erkennbar im Netz zu zeigen ist eigentlich ein No Go - wenn Eltern einen besonderen Moment mit ihrem Nachwuchs online teilen wollen, sollten sie dabei einiges beachten. Foto: Rainer Holz/Westend61/dpa-tmn Risiken und Nebenwirkungen: Wenn Eltern Kinderfotos posten Kaum auf der Welt, schon bei Facebook: Viele Eltern posten fleißig Fotos ihrer Kinder in sozialen Medien - und lassen kein Detail aus der familiären Privatsphäre aus. Drei Experten erklären, warum solche Bilder Risiken bergen.