Bei Wahl der Grundschule auf Nähe achten

25.09.2020
Viele Kinder werden von den Eltern mit dem Auto zur Grundschule gefahren. Das müsste nicht sein, sagt ein Experte - und plädiert dafür, schon bei der Schulwahl daran zu denken.
Ein kürzerer Schulweg macht es wahrscheinlicher, dass Kinder ihn zu Fuß zurücklegen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Ein kürzerer Schulweg macht es wahrscheinlicher, dass Kinder ihn zu Fuß zurücklegen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn

Hamburg (dpa/tmn) - Bei der Wahl der Grundschule für ihre Kinder sollten Eltern neben dem Bildungsangebot die Entfernung vom Zuhause als Kriterium im Blick haben. Denn eine große Distanz begünstige das Phänomen der Elterntaxis, sagt Prof. Joachim Scheiner, der zu diesem Thema forscht.

Väter und Mütter, die massenhaft ihre Kinder im Auto zur Schule bringen, sorgen immer für chaotische Zustände auf den Straßen rund um das Schulgebäude - und damit für Streit.

700 bis 800 Meter, was einem Fußweg von rund einer Viertelstunde entspricht, seien eine neuralgische Grenze, damit Kinder zu Fuß in die Schule gehen, erläutert der Professor für Raumplanung an der TU Dortmund in der Zeitschrift «Eltern Family» (Ausgabe 10/2020). Beim Radfahren liege diese Grenze bei rund zwei Kilometern.

Nicht nur der mögliche Verzicht aufs Auto ist ein Vorteil einer Grundschule unweit von der Wohnung. Meist wohnen dadurch auch Freunde und Freundinnen in der Nähe, so Scheiner. Experten weisen zudem immer darauf hin, dass es die Verkehrskompetenz der Kinder fördert, wenn sie den Schulweg selbstständig bewältigen.

© dpa-infocom, dpa:200925-99-703766/2

Profil Prof. Joachim Scheiner


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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