Bei Skitouren droht auf gesperrten Abfahrten Lebensgefahr

03.03.2020
Den Zweiklang an Aufstieg und Abfahrt schätzen immer mehr Wintersportler. Skitouren boomen, auch entlang der Pisten. Werden diese präpariert, sollte man dort aber keinesfalls abfahren.
Windenseile für Pistenraupen sind im Schnee kaum zu erkennen und können für Wintersportler zur tödlichen Gefahr werden. Foto: Angelika Warmuth/dpa/dpa-tmn
Windenseile für Pistenraupen sind im Schnee kaum zu erkennen und können für Wintersportler zur tödlichen Gefahr werden. Foto: Angelika Warmuth/dpa/dpa-tmn

Planegg (dpa/tmn) - Viele Skitourengeher scheuen die Risiken des offenen Geländes und machen ihre Touren lieber entlang der Pisten in den Skigebieten. Manche bringen sich dabei aber in Lebensgefahr, wenn sie am späteren Nachmittag oder Abend auf gesperrten Pisten ins Tal abfahren.

Häufig spannen sich dann Stahlseile auf den Pisten, an denen sich Pistenraupen den Hang hinaufziehen. Diese Seile sind kaum zu erkennen. Rast man in sie hinein, drohen schwerste Verletzungen.

Die Ohren sind in dem Fall ebenfalls keine Warnhilfe: Denn die Gefährte bewegen sich nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) beim Präparieren bis zu einem Kilometer von der Seilverankerung weg und sind damit oft außer Hörweite. Die Windenseile seien immer unter hoher Spannung und könnten blitzschnell durch die Luft schlagen.

Auch mit Pistenraupen selbst und mit Beschneiungsanlagen drohen Zusammenstöße auf gesperrten Pisten. So könnten zum Beispiel Elektro- und Wasserleitungen herumliegen, warnt der Deutsche Skiverband (DSV). Generell gilt: Tourengeher sollten nur auf freigegebenen Abfahrten unterwegs sein und im Dunkeln zudem reflektierende Kleidung sowie Stirnlampen tragen. Das beugt unter anderem Unfällen mit anderen Sportlern vor, da man so besser sieht und gesehen wird.

DAV zu Windenseilen auf gesperrten Pisten


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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