Australiens bedrohte Säuger werden weniger

22.04.2020
Kängurus, Koalas, Wombats, Schnabeltiere - Australien ist bekannt für seine typischen Tierarten. Doch einige von ihnen sind inzwischen bedroht. Nicht nur die Brände sind Schuld daran.
Artenschutz in Australien: Auf geschützten Flächen, aus denen die Kleintier-Jäger ferngehalten werden, konnten sich die Populationen des Kurznagelkängurus und des Lesueur-Bürstenkängurus erholen. Foto: Hugh McGregor/Arid Recovery/dpa
Artenschutz in Australien: Auf geschützten Flächen, aus denen die Kleintier-Jäger ferngehalten werden, konnten sich die Populationen des Kurznagelkängurus und des Lesueur-Bürstenkängurus erholen. Foto: Hugh McGregor/Arid Recovery/dpa

Brisbane (dpa) - In Australien ist der Bestand bedrohter heimischer Säugetiere innerhalb von 20 Jahren sichtlich geschrumpft. Dies geht aus dem Bedrohte-Arten-Index (TSX) des Umweltforschungsprogramms der Regierung hervor, in dem erstmals auch die Bestände von Säugern des Kontinentstaats erfasst wurden.

Demnach sank deren Gesamtpopulation im Zeitraum von 1995 bis 2016 um 38 Prozent, wie das Programm mitteilte. Der Index stützt sich auf Daten, die von Behörden, Artenschutzorganisationen und Forschungseinrichtungen erhoben wurden. Bei der jüngsten Auswertung wurden die Populationsentwicklungen von 57 Säugetierarten erfasst.

«Eine Haupterkenntnis ist, dass in Gebieten, in denen keinerlei Artenschutz betrieben wird, die Population von bedrohten Säugern in den letzten zwei Jahrzehnten durchschnittlich um 60 Prozent gesunken ist», erklärte Elisa Bayraktarov, die Leiterin des Forschungsprojekts von der Universität Queensland.

Der Index enthält demnach aber auch gute Nachrichten. So sank zwar die Populationszahl insgesamt, aber die Bestände einzelner bedrohter Arten erholten sich deutlich. Dies zeigt laut Bayraktarov, dass Artenschutzbemühungen - wo sie denn stattfinden - auch Erfolg haben. So hätten sich innerhalb weniger Jahre in Fuchs- und Katzen-freien Schutzzonen die Säuger-Populationen verfünffacht.

Von solchen geschützten Flächen, aus denen die Kleintier-Jäger ferngehalten werden, profitierten etwa das Kurznagelkänguru und das Lesueur-Bürstenkänguru. Allerdings machten diese sogenannten Häfen nur 0,1 Prozent der Gesamtfläche Australiens aus. Zudem stellten Fuchs und Katze nicht für alle Säuger die größte Bedrohung dar.

Auch Maßnahmen wie eine kontinuierliche Kontrolle bei den Raubtierbeständen, Zäune zur Fernhaltung anderer Jäger und eine ökologische Brandbekämpfung zeigten durchaus Wirkung. Dagegen werden die Folgen der Buschbrände, die monatelang in Australien wüteten, nach laut der Forscher erst in künftigen Erhebungen ablesbar sein.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Ein Großteil der Korallen am Great Barrier Reef ist von der Korallenbleiche betroffen. Damit geht auch eines der beliebtesten Tauchreviere der Welt verloren. Foto: Daniel Naupold/dpa Korallenbleiche am Great Barrier Reef schreckt Touristen ab Die Korallenbleiche am Great Barrier Reef hat nicht nur ökologische Folgen. Auch der Tourismus ist bedroht. Das Korallenmeer vor der Küste Australiens war bisher ein beliebtes Ziel für Tauch-Urlauber. Doch diese könnten nun fernbleiben.
Der Tasmanische Teufel ist das weltweit größte noch lebende Raubbeuteltier und derzeit durch eine Krebs-Erkrankung massiv bedroht. Foto: Dave Hunt/EPA/AAP/dpa Der Tasmanische Teufel kämpft ums Überleben Stirbt nach dem Tasmanischen Tiger auch der Tasmanische Teufel aus? Ohne menschliche Hilfe wahrscheinlich schon. Durch eine ansteckende Krebsart ist der Bestand der Beuteltiere bereits enorm dezimiert. Doch es gibt Hoffnung.
Das Great Barrier Reef leidet derzeit nicht nur unter der Korallenbleiche, sondern auch unter einem Schmutzwasserstrom, der nach den Unwettern ins Meer fließt. Foto: James Cook University/AAP/Archiv Dreckwasser strömt ins Great Barrier Reef Das Great Barrier Reef vor Australien wird seit einigen Jahren durch eine Korallenbleiche bedroht. Nun muss das Weltnaturerbe mit einem neuen Desaster fertig werden: Nach Unwettern dringt in das Meeresgebiet verschmutztes Wasser ein.
Feuerwehrleute versuchen Häuser an der Waratah Road und der Kelyknack Road vor dem Feuer zu schützen. Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa Infos zu Bränden für Australien-Urlauber In Australien wüten seit Wochen schwere Brände. Reisende können sich im Internet gut über die Lage informieren.