Auslandkrankenversicherungen: Was Reisende beachten sollten

28.05.2021
Ob nach einem Autounfall, einem Sturz beim Wandern oder einer Lebensmittelvergiftung: Eine gute Reisekrankenversicherung ist im Ausland viel Wert. Sie sollte aber bestimmte Bedingungen erfüllen.
Wer sorgenfrei seinen Urlaub im Ausland genießen will, sollte unbedingt eine gute Reiseversicherung abgeschlossen haben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Wer sorgenfrei seinen Urlaub im Ausland genießen will, sollte unbedingt eine gute Reiseversicherung abgeschlossen haben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Mainz (dpa/tmn) - Dank immer mehr Corona-Impfungen und sinkender Infektionszahlen steigen derzeit die Hoffnungen auf Urlaub außerhalb Deutschlands. Zu einer Auslandsreise sollte man aber nur mit einer Krankenversicherung aufbrechen und deren Bedingungen genau prüfen.

So schließen manche Versicherer außergewöhnliche Umstände wie Epidemien oder Pandemien vom Versicherungsschutz aus. Dies sollte vor einem Vertragsabschluss beachtet werden, rät die Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz.

Zum anderen übernehmen die Versicherer in den meisten Fällen nur die Kosten für «medizinisch notwendige» Krankenrücktransporte in die Heimat. Diese müssen dann ärztlich angeordnet sein. Sieht der Schutz hingegen auch die «medizinisch sinnvolle» Rückführung vor, so wird der Rücktransport auch dann finanziert, wenn eine Weiterbehandlung im Ausland zwar vertretbar ist, aber in Deutschland mehr Erfolg verspricht. Außerdem sollte die Versicherung vorsehen, im Ausland gestellte privatärztlichen Rechnungen in vollem Umfang zu erstatten.

Zusatzversicherung im Ausland grundsätzlich ratsam

Grundsätzlich empfehlen Verbraucherschützer bei allen Auslandsreisen den Abschluss eine speziellen Auslandskrankenversicherung. Der Grund: Die gesetzlichen und auch private Krankenkassen in Deutschland übernehmen oft nicht alle anfallenden Kosten in einem fremden Land.

Gesetzlich Versicherte sind bei Reisen innerhalb der EU zwar über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) versichert. Sie bekommen im Krankheitsfall die gleichen Leistungen wie die Einwohner des Reiselands. Maximal werden Leistungen wie in Deutschland gewährt. Wird aber etwa ein unvorhergesehener Rücktransport notwendig, kann das ohne Extraschutz teuer werden. Außerhalb Europas haben gesetzlich Versicherte grundsätzlich keine Deckung durch die Krankenkasse.

Auch wer bereits eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat, sollte sich die Bedingungen noch einmal genau anschauen, raten die Verbraucherschützer. Neue Verträge böten oft bessere Konditionen. Und in Deutschland privat Versicherte sollten vor Reisebeginn genau prüfen, ob ihr Versicherungsschutz ausreicht.

© dpa-infocom, dpa:210528-99-780190/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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