Aus Alt wird Neu: Wie werde ich meinen Elektroschrott los?

14.10.2021
Aus alten Waschmaschinen, Toastern und Handys lassen sich wertvolle Ressourcen gewinnen und wiederverwerten. In vielen Fällen kann man die Geräte kostenlos zurückgeben oder dem Recycling zuführen.
Viele Elektrogeräte kann man kostenlos dem Recycling zukommen lassen. Foto: dpa-infografik GmbH/dpa-tmn
Viele Elektrogeräte kann man kostenlos dem Recycling zukommen lassen. Foto: dpa-infografik GmbH/dpa-tmn

Berlin/Radolfzell (dpa/tmn) - Das neue Gerät ist gekauft. Stellt sich die Frage: Wie wird man die alte Waschmaschine oder den kaputten Toaster los? Dabei ist die korrekte Entsorgung vor allem ein Thema der Nachhaltigkeit: Werden die Altgeräte recycelt, schont das Ressourcen.

Denn viele Geräte enthalten wertvolle Metalle wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium und Messing. Werden diese Baustoffe aus den Altgeräten entnommen und der Wiederverwertung zugeführt, können daraus neue Produkte hergestellt werden, sagt der Verband kommunaler Unternehmen (VKU),zu dem Entsorger gehören. Auch Kunststoffe können zum Teil recycelt werden.

Dazu kommt: Wer die ausgedienten Geräte einfach irgendwo ablädt, schadet der Umwelt und riskiert Bußgelder. Oft enthalten die Geräte nämlich auch Schadstoffe wie Quecksilber, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) oder polybromierte Flammschutzmittel. Daher gehören alte Elektrogeräte auch nicht in den Hausmüll. Verbraucher sind laut VKU sogar verpflichtet, diese richtig zu entsorgen.

Zum Wertstoffhof oder zum Händler

Großgeräte kann man auf zwei Wegen abgeben: Erstens kostenlos am kommunalen Wertstoffhof. In diversen Kommunen gibt es sogar das Angebot, Elektrogeräte vom Grundstück oder aus der Wohnung abholen zu lassen - teilweise ist die Abholung kostenpflichtig, sagt der VKU.

Zweitens kann man Großgeräte im Laden zurückgeben, wenn es sich um einen großen Händler von Elektrogeräten mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern handelt. Beim Onlinehandel wird entsprechend die Versand- und Lagerfläche zugrunde gelegt.

Ein Altgerät muss immer dann kostenlos zurückgenommen werden, wenn ein entsprechendes Neugerät derselben Geräteart gekauft wird. Ein Tipp: Wird die neue Ware geliefert, kann das Altgerät gleich mitgenommen werden. Beim Abschluss des Kaufvertrags sollte man den Händler aber darüber informieren.

Ab Januar 2022 wird die Rücknahmepflicht übrigens ausgeweitet: Dann müssen auch jene Händler, die Lebensmittel auf einer Gesamtverkaufsfläche von mindestens 800 Quadratmetern verkaufen und mehrmals im Kalenderjahr oder dauerhaft Elektro- und Elektronikgeräte anbieten, Rücknahmestellen einrichten. Dafür gilt aber bis zum 30. Juni 2022 eine Übergangsfrist.

Kleingeräte: Zum Händler - auch ohne Neukauf

Elektro-Kleingeräte wird man immer unentgeltlich bei Wertstoffhöfen und im Handel los. Denn Geräte, die in keiner Abmessung länger als 25 Zentimeter sind - wie Smartphones, Rasierer und Zahnbürsten -, müssen auf Verlangen von einem Laden angenommen werden. Das gilt unabhängig davon, ob der Verbraucher zeitgleich dort ein neues Gerät kauft, sagt der VKU. Beschränkt ist die Rücknahme lediglich auf drei alte Produkte pro Geräteart.

All diese Angebote nutzen viele nicht: Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe haben Händler in Deutschland im Jahr 2020 nur rund 200.000 Tonnen Altgeräte eingesammelt, obwohl mehr als 2,8 Millionen Tonnen Neugeräte verkauft worden seien. Dabei gibt es sogar eine gesetzliche Sammelquote von 65 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:211006-99-503078/3

Zum E-Waste-Tag

Deutsche Umwelthilfe zu Rückgabezahlen in 2020


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Für viele Geräte würden Verbraucher noch ein passendes zweites oder sogar drittes Leben finden, wenn sie nur danach suchen würden. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn Nicht jedes Altgerät ist E-Schrott Der Elektroschrott-Berg wächst und wächst. Ein unumkehrbarer Trend? Nicht unbedingt: Auch ältere Geräte können oft weiter gute Dienste leisten - oder sogar noch die Haushaltskasse klingeln lassen.
Der Technologie-Händler und Dienstleister Komsa will das Geschäft mit gebrauchten und generalüberholten Smartphones ausbauen. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa Immer mehr Smartphones bekommen ein zweites Leben Bei der Neuanschaffung eines Autos ist es Usus, den alten Wagen an einen Händler zu verkaufen. Bei Smartphones wandern dagegen viele Altgeräte in die Schublade. Hier sehen Experten in Deutschland großes Potenzial - auch im Sinne der Nachhaltigkeit.
Alte Handys werden schnell ausgemustert - so entsteht ein großer Berg an Elektroschrott. Foto: Julian Stratenschulte/dpa So leben Smartphone und Co länger Nachhaltigkeit und Technik - das geht oft noch nicht zusammen. Denn bei Handys und Computern werden ältere Geräte schnell ausgemustert. So entsteht unötig viel Elektroschrott.
Elektroschrott kann man in kommunalen Recyclinghöfen entsorgen. Foto: Jens Kalaene Mehr ungenutzte Computer in deutschen Haushalten Wenn ein Computer ausgedient hat, landet er nicht zwangsläufig auf dem Recyclinghof. Viele heben ihn auf, zeigt eine Umfrage. Wer sich vom alten Gerät trennt, darf ein wichtiges Detail nicht vergessen.