Auf wichtigen Strecken sollen mehr Fernzüge fahren

12.10.2020
Wer einen Fernzug verpasst, muss meist lange auf den nächsten warten. Das wird nun auf einigen vielbefahrenen Strecken besser. Auf der Strecke zwischen den beiden größten deutschen Metropolen gibt es künftig sogar einen Halbstundentakt.
Auf wichtigen innerdeutschen Bahnstrecken soll es ab Mitte Dezember mehr Verbindungen geben. Foto: Weronika Peneshko/dpa/Illustration
Auf wichtigen innerdeutschen Bahnstrecken soll es ab Mitte Dezember mehr Verbindungen geben. Foto: Weronika Peneshko/dpa/Illustration

Berlin (dpa) - Fahrgäste haben ab Mitte Dezember auf wichtigen Bahnstrecken mehr Verbindungen zur Auswahl. Mit dem Fahrplanwechsel wächst das tägliche Sitzplatzangebot im Fernverkehr der Deutschen Bahn um 13.000 auf 213.000 Plätze, wie das Unternehmen nun ankündigte.

«Zum 13. Dezember bringen wir mehr Angebot, Komfort und mehr Sitzplätze in neuen Zügen auf die Schiene als je zuvor», hieß es von Fernverkehrschef Michael Peterson.

Halbstundentakt zwischen Hamburg und Berlin

So sollen tagsüber zwischen Hamburg und Berlin Fernzüge im Halbstundentakt fahren. Allein dort steigt das tägliche Sitzplatzangebot damit um 6000 Plätze auf 36.000. Wachsen soll auch das direkte ICE-Angebot zwischen Bonn und Berlin. Außerdem soll der EuroCity-Express zwischen München und Zürich Reisende vom Flugzeug auf die Schiene locken.

Mit der Verbindung Berlin-Hamburg tagsüber alle 30 Minuten wird ein Schritt des sogenannten Deutschlandtakts umgesetzt. Er ist Teil eines «Fahrplans» für die Zukunft der Schiene, auf den sich Politik, Gewerkschaften, Bahn-Unternehmen und Verbände Ende Juni geeinigt hatten. Bis 2030 sollen doppelt so viele Menschen mit der klimafreundlicheren Bahn fahren wie bislang. Bahnkunden sollen künftig einfacher und schneller ans Ziel kommen, die Züge pünktlicher werden - und außerdem sollen mehr Güter von der Straße auf die Schiene geholt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es etwa auch für die Strecke Berlin-Köln eine Verbindung im Halbstundentakt geben.

Transeuropäische Strecken sollen wiederbelebt werden

«In Zukunft können Bahnreisende öfter und schneller überall den Zug nehmen», sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach einer Mitteilung vom Sonntag (11. Oktober). «So rücken Stadt und Land näher zusammen. Und auf den Deutschlandtakt folgt der Europatakt».

Scheuer will auch den «Trans-Europ-Express» (TEE) wieder aufleben lassen, der 30 Jahre lang westeuropäische Metropolen miteinander verbunden hatte, bevor er 1987 eingestellt wurde. Mit einer Kombination aus Hochgeschwindigkeits- und Nachtzügen will der Minister nach Angaben vom September zunächst solche transeuropäischen Strecken anbieten, für die keine größeren Infrastrukturmaßnahmen notwendig sind. Dazu gehören etwa durchgehende Verbindungen zwischen Amsterdam und Rom, Paris und Warschau oder Berlin und Barcelona. Mit Fahrzeiten von rund 13 Stunden sollen diese Städte untereinander erreichbar sein. In einer zweiten Phase soll dann auch der süddeutsche Raum stärker mit Zielen in Ost- und Südeuropa sowie Skandinavien angebunden werden.

© dpa-infocom, dpa:201012-99-911945/2

Bahn-Mitteilungen


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Passanten gehen auf der Brücke «Pont de Bir-Hakeim», mit Blick auf den Eiffelturm. Foto: Philippe Lopez/AFP/dpa Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Infektionszahlen an, könnten in Europa viele Grenzen ab 15. Juni wieder offen sein. Urlauber und Tourismusbranche schöpfen Hoffnung.
Bei den meisten Touristen steht in der im Sächsischen Schweiz der Basteifelsen auf dem Programm. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa Dank Corona: Urlaub in der Sächsischen Schweiz boomt Über Wochen war Ruhe im Nationalpark Sächsische Schweiz. Was für die Natur ein Segen, ist für den Tourismus wie ein Fluch - nun könnte ausgerechnet Corona helfen.
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie macht das schwer betroffene Spanien weiter Fortschritte. Doch der Tourismus werde vor Jahresende nicht wieder in Gang kommen, warnt die Regierung. Foto: Clara Margais/dpa Der Sommerurlaub steht auf der Kippe Gerade erst hat das Coronavirus den Osterurlaub über den Haufen geworfen. Jetzt gerät auch der Sommerurlaub in Gefahr - vor allem für diejenigen, die ins Ausland wollen.
Zwei historische Lokomotiven, die V 65 001 und die V 160 002 gennant Lollo, nach Gina Lollobrigida. Foto: Hermann Pentermann Lock soll wieder dampfen: Museumsbahnen sind Tourismusmagnet Museumszüge sind nicht nur etwas für Eisenbahnfans. Quer durch Deutschland entdecken Kommunen alte Bahnstrecken als Tourismusfaktor. Um einen alten Zug wieder flott zu machen, restauriert ein Verein in Osnabrück derzeit eine historische Lok - eine Mammutaufgabe.