Auch kulante Reiseangebote haben Restrisiko

11.01.2021
Pauschalurlaub im Sommer lässt sich derzeit vermeintlich sorglos buchen - dank großzügiger Umbuchungs- und Stornoregeln der Veranstalter. Ganz risikolos sind diese aber nicht.
Sorglos Urlaub buchen trotz Pandemie: Das versprechen viele Veranstalter mit kulanten Umbuchungs- und Stornoregelungen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
Sorglos Urlaub buchen trotz Pandemie: Das versprechen viele Veranstalter mit kulanten Umbuchungs- und Stornoregelungen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Potsdam (dpa/tmn) - Die Reiseveranstalter werben derzeit mit besonders kulanten Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen. Urlauber können gebuchte Pauschalreisen teils noch bis zwei Wochen vor Abreise gebührenfrei absagen oder verschieben.

Die kulanten Regelungen sollen angesichts der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie mehr Sicherheit und Flexibilität für Verbraucher bieten - und den Anbietern dringend nötige Buchungen bringen.

Reisende sollten sich diese teils verlockenden Angebote dennoch genau anschauen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg nennt die zwei wichtigsten Aspekte, die man berücksichtigen sollte:

1. Angebot oft auf klassische Pauschalreisen beschränkt

Die kulanten Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen gelten oft nicht für das gesamte Angebot des Veranstalters, sondern allein für Flugpauschalreisen. Die beliebten Kreuzfahrten sind zum Beispiel in der Regel nicht umfasst, wie Robert Bartel, Jurist der Verbraucherzentrale, erklärt. Beim Buchungsprozess müssen Urlauberinnen und Urlauber also genau hinschauen, ob die Regelungen auch für ihre Reise gelten.

Zur Sicherheit können sie beim Buchungsprozess am PC oder Smartphone Screenshots dieser Regeln machen, um einen Beleg zu haben.

2. Rückzahlung kann auf sich warten lassen

Auch wenn eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit besteht - in der Regel ist eine Anzahlung fällig, der vollständige Reisepreis muss dann zum Beispiel spätestens vier Wochen vor Abreise überwiesen sein. Wer storniere, müsse auf das bereits gezahlte Geld warten, erklärt Bartel.

Und hier kann ein Haken lauern: «Eine Sicherheit, dass der Veranstalter Ihnen Ihr Geld schnell zurückzahlt, haben Sie trotz der Versprechungen und vermeintlichen Garantien nicht», betont Bartel - auch wenn Anspruch auf fristgerechte Rückzahlung besteht.

Die Verbraucherzentrale ruft in Erinnerung: Diesen Anspruch hatten schon Tausende von Reisenden im vergangenen Jahr, nachdem die Veranstalter Reisen absagen mussten. Manch einer warte noch immer auf sein Geld oder habe dieses erst einklagen müssen.

© dpa-infocom, dpa:210108-99-946156/2


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Urlauber am Strand von Arenal auf Mallorca: Reisen sind auch 2021 mit einer großen Unsicherheit behaftet. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn Was taugen die neuen Gratis-Storno-Tarife? Mehr bezahlen und dafür auch kurzfristig ohne Stornogebühren den Urlaub absagen können: Dieses Angebot machen gerade viele große Pauschalreiseanbieter. Verbraucher sollten aber genau hinschauen.
Bei Tui können Kunden nun Pauschalreisen, die sie bis zum 30. Juni buchen, bis 14 Tage vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen kostenlos stornieren. Foto: Christin Klose/dpa-tmn Urlaub: Großveranstalter bieten Gratis-Storno-Option Viele Menschen würden in diesem Sommer am liebsten verreisen, doch sind angesichts von Corona unsicher. Große Reiseveranstalter zeigen sich daher kulant bei Stornierungen.
Eine Woche nach den Anschlägen ist die Sicherheitslage in Sri Lanka immer noch angespannt. Das Auswärtige Amt rät von Reisen dorthin ab. Foto: Manish Swarup/AP Was Sri-Lanka-Urlauber wissen müssen Das Auswärtige Amt rät aufgrund der Sicherheitslage inzwischen von nicht notwendigen Reisen nach Sri Lanka ab. Reiseveranstalter folgen dieser Empfehlung. Pauschalurlauber bekommen ihr Geld zurück, Individualreisende haben es schwerer.
Doch kein Urlaub? Reiseveranstalter setzen zunehmend auf flexible Tarife, die mit einem Aufpreis verbunden sind und das kurzfristige Stornieren ohne Zusatzkosten ermöglichen. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn Flex-Tarife für Pauschalurlaub: DER Touristik zieht nach Pauschalurlaub auch ganz kurzfristig ohne Stornogebühren umbuchen oder absagen können und dafür etwas mehr bezahlen: Dieses Prinzip setzt sich wegen Corona zunehmend durch. Nun auch bei DER Touristik.