An der Ostseeküste: Strandregeln auf Arabisch

20.05.2016
Die Touristiker rechnen in diesem Jahr mit mehr ausländischen Gästen an den Stränden. Um Konflikte zu vermeiden, hat das Sozialministerium Bade- und Strandregeln auf Arabisch formuliert. Sie sollen auf gängige Verhaltensweisen an den Küsten aufmerksam machen.
Urlauber und Badegäste werden künftig auch auf Arabisch auf Bade- und Strandregeln an der Ostseeküste von hingewiesen. Foto: Christian Charisius
Urlauber und Badegäste werden künftig auch auf Arabisch auf Bade- und Strandregeln an der Ostseeküste von hingewiesen. Foto: Christian Charisius

Schwerin (dpa) - Urlauber und Badegäste werden künftig auch auf Arabisch auf Bade- und Strandregeln an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern hingewiesen. Dazu hat das Sozialministerium laut einem Sprecher 25 000 Flyer drucken lassen.

Auf dem Papier wird neben den bekannten Baderegeln auch erstmals auf gängige Verhaltensweisen am Strand aufmerksam gemacht. Darin heißt es unter anderem, dass alle Badegäste zu respektieren und  Belästigungen, insbesondere von Frauen und Kindern, verboten seien. Zudem dürften keine fremden Menschen ohne deren Zustimmung fotografiert werden. Auch auf ein Grillverbot an den Stränden wird hingewiesen.

Das Fotografieren ist vor allem an den FKK-Stränden der Ostsee ein sensibles Thema. «Wir wollen nicht, dass die Nacktkörperkultur durch unbedachtes Verhalten gefährdet wird», sagte der Sprecher des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Er machte deutlich, dass es mit den auf Arabisch formulierten Grundsätzen nicht um eine Verschärfung bestehender Regelungen gehe.

Neben den Flyern, die noch im Mai über den Tourismusverband und die Rettungsorganisationen wie DLRG und DRK in den Urlauberregionen verbreitet werden sollen, ergänzt das Sozialministerium auch seine Internetseite www.baderegeln-mv.de um diese auf Deutsch, Englisch, Polnisch und Arabisch formulierten Regeln, sagte Ministeriumssprecher Christian Moeller. Zudem wird das Willkommensportal des Landes erweitert. «So wie wir uns im Ausland an bestimmte Regeln halten, erwarten wir, dass auch bestehende Regeln an unseren Ständen eingehalten werden», sagte Moeller. Es gehe mit den Maßnahmen nicht um Vorverurteilungen.

Der Flyer weist auch auf die gängigen Baderegeln hin, sich nicht auf Luftmatratzen als Schwimmhilfen zu verlassen oder bei Sturm und Gewitter das Wasser zu verlassen.

Der Tourismusverband erwartet, dass in diesem Jahr auch Gäste die Strände besuchen, die in den vergangenen Monaten als Flüchtlinge nach Deutschland kamen. Um Konflikte zu vermeiden, soll präventiv und unaufgeregt in der Landessprache auf die an der Ostseeküste tradierten Regeln verwiesen werden, sagte Woitendorf.

Die Initiative für die Strandregeln ging unter anderem von Mitgliedern des Tourismusverbandes aus, worauf Vertreter des Ministeriums, des Verbandes und des Städte- und Gemeindetages zusammen kamen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Bootsbau auf der Werft der Poeler Bootsbau GmbH. Hier arbeitet auch Meister Ralf Asmus. Foto: Jens Büttner Traditionshandwerker an der Ostsee Segelmacher, Bootsbauer, Strandkorb-Schreiner und Buddelschiff-Konstrukteure: An der Küste Mecklenburg-Vorpommerns zwischen Boltenhagen und Graal-Müritz gibt es jede Menge Traditionshandwerker. Davon haben auch Urlauber etwas.
Kühlungsborn bittet zu Tisch - und an den Herd. Die Gourmettage mit Workshops und Verköstigungen haben sich fest im Eventkalender des Strandbads etabliert. Foto: Touristik-Service-Kühlungsborn Küchenparty mit Spitzenköchen: Gourmettage in Kühlungsborn  Frischer Fisch und regionale Bioprodukte, in Szene gesetzt von Meisterköchen: Kühlungsborn hat Urlaubern auch im Spätherbst einiges zu bieten - die Gourmettage bitten in die Küche und zu Tisch.
Kahnfahrten auf einem Fließ im Spreewald sind sehr beliebt. Rund 1000 Kilometer Fließe (Wasserwege) durchziehen den Spreewald im Südosten von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul Prospekte reichen nicht: Wo Tourismus funktioniert Der Deutschlandtourismus läuft, aber nicht in allen Ecken der Republik. Touristiker sagen, manche Regionen müssten sich besser vermarkten - und weg vom «Kirchturmdenken».
Sternenhimmel über Mecklenburg-Vorpommern: Das Bundesland ist vielerorts lichtarm und lockt deshalb Astrotouristen an. Foto: Sebastian Kartheuser/dpa-tmn Auf der Suche nach der Milchstraße in Mecklenburg-Vorpommern Nur wenige Menschen sind im Winter nachts in der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs. Wer doch kommt, sucht oft die tiefe Dunkelheit, die in den Städten längst verloren gegangen ist. Die Region lockt Sternenbeobachter - und hofft auf eine besondere Auszeichnung.