Alte Zuspieler am Flat-TV: So klappt die Zusammenarbeit

05.05.2016
Nicht in jedem Heimkino bekommt der Flachbildfernseher Futter vom Blu-ray-Player oder von einer taufrischen Spielkonsole. Oft sollen hier auch noch ältere Geräte wie Videorekorder mitmischen. Einziger Ausweg bei fehlenden Anschlüssen sind dann sogenannte Konverter.
Es gibt sie noch: Videokassetten - und Mittel und Wege den alten Redorder mit dem neuen TV zu verbinden. Foto: Andrea Warnecke
Es gibt sie noch: Videokassetten - und Mittel und Wege den alten Redorder mit dem neuen TV zu verbinden. Foto: Andrea Warnecke

Leipzig (dpa/tmn) - Der Flachbildfernseher ist zum Standard im Wohnzimmer geworden und hat längst die Röhrenglotze verdrängt. Dennoch tummeln sich in vielen Heimkinos nach wie vor ältere Zuspieler, etwa Videorekorder oder Spielkonsolen.

Die Folge sind Anschlussprobleme. Denn während die einst so beliebte Scart-Buchse am Fernseher ausstirbt, war die heute standardmäßig genutzte HDMI-Schnittstelle im analogen Zeitalter noch nicht geboren.

Die gute Nachricht: Dem Zusammenspiel älterer und neuerer Komponenten steht mit dem passenden Zubehör nichts im Weg. Aber: «Die Umwandlung von HDMI auf Scart ist nicht ganz einfach, da HDMI ein digitales und Scart ein analoges Bildsignal liefert», erklärt Curt Bauer von der Fachzeitschrift «Chip». «Insofern gibt es keine einfachen Adapterkabel wie etwa von HDMI auf DVI oder von Scart auf VGA.» Die einzige Option ist deshalb ein sogenannter Konverter, eine kleine Box mit entsprechenden Anschlüssen, die die Signale umwandelt.

«Scart unterstützt technisch sowohl ein AV-Composite-Signal als auch ein RGB-Signal», erläutert Peter Nörg, der bei einem Leipziger Kabelspezialisten arbeitet. Viele ältere Spielkonsolen nutzten Composite, zu erkennen an den Anschlussbuchsen in Gelb, Rot und Weiß, wobei das Video nur im gelben Kabel übertragen wird und das rote sowie weiße Kabel für den Ton verwendet werden.

Bei RGB hingegen wird das Videosignal in drei Leitungen (rot, grün, blau) und der Ton in den roten und weißen Strippen transportiert. «Beim Kauf sollte man also darauf achten, dass der Konverter auch zum Einsatzzweck passt. Möchte ich beispielsweise eine ältere Spielkonsole vom Typ Nintendo 64 mit HDMI verbinden, dann benötige ich einen Konverter, der das Scart-Composite-Signal umsetzen kann», erklärt Nörg.

Außerdem sollte man zu einem Konverter greifen, der dazu in der Lage ist, das Bild zu skalieren. Gerade in Verbindung mit einem HDMI-Monitor, der das nicht selbst beherrscht, ist dies Voraussetzung, um eine Vollbilddarstellung zu erhalten und sich nicht mit einem kleinen Bild zufrieden geben zu müssen. Im Handel gibt es Anschluss-Boxen, die sowohl Composite als auch RGB über den Scart-Anschluss unterstützen und beide Formate über HDMI zugänglich machen. Für gute Konverter muss man 40 bis 90 Euro einplanen.

Wer seine alten VHS-Kassetten abspielt, darf aber an die Bildqualität auf einem großen Flatscreen keine allzu hohen Erwartungen haben. Denn für die Optik ist in erster Linie die Scart-Quelle verantwortlich. «Ein Konverter kann technisch keine Qualität verbessern», sagt Peter Nörg. Höchstens durch das Skalieren der Auflösung oder eine eventuelle 3D-Darstellung könne für den Zuschauer zumindest die Anmutung einer Qualitätsverbesserung entstehen.

Wichtig: Da Konverter in der Regel auf 720p oder 1080p skalieren, muss das HDMI-Endgerät auch mindestens diese Auflösung unterstützen. Besitzt man etwa noch einen Beamer mit lediglich 800 mal 600 Pixeln, kann man sich den Kauf eines Konverters auch sparen - ein Bild lässt sich damit nicht an die Wand projizieren. Keine Gedanken muss man sich hingegen in Sachen Ton machen: Der wird sowohl bei Scart Composite als auch bei RGB vom Konverter in das HDMI-Signal integriert.

Doch nicht immer benötigt man eine separate Box, um ältere Geräte mit dem Flachbildfernseher zu koppeln: Einige Flat-TVs werden auch heute noch mit Scart-Anschluss ausgeliefert, zudem findet man je nach Modell auch Cinch- oder YUV-Buchsen. Eine entscheidende Rolle spielt die Qualität der Kabel. Insbesondere billige Scart-Kabel mit geringem Durchmesser, die mit einem Videorekorder ausgeliefert wurden oder vom Wühltisch kommen, bereiten oft Ärger.

Herbert Bisges vom Fachmagazin «Heimkino» rät, beim Kabelkauf grundsätzlich auf Vollmetallstecker und solide Verarbeitungsqualität zu schauen. Je besser die Abschirmung, desto besser sei man gegen Funkstörungen gefeit. Vergoldete Stecker beugen Korrosion vor. Grundsätzlich könne man bei den Markenherstellern davon ausgehen, dass die Qualität stimmt.

Der Preis allein ist aber kein Kaufkriterium und kann trügerisch sein. «Bessere Kabel sind teurer, teurere Kabel leider nicht zwangsläufig alle gut», erklärt Bisges. Deshalb rät der Experte, sich in der preislichen Mitte zu orientieren: Wenn man nicht zum absoluten Schnäppchen greife, reduziere sich das Risiko, einen Fehlkauf zu landen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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