Ägyptens Badeorte sind menschenleer

17.04.2020
Türkisblaues Meer, einsame Strände - was nach Traumurlaub klingt, ist in Zeiten von Corona für viele Badeorte zur traurigen Wirklichkeit geworden. So ergeht es auch Hurghada, wo normalerweise die Tourismussaison längst begonnen hätte.
Der Badestrand von Hurghada ist menschenleer. Ägyptens Reisebranche hofft auf ein frühes Ende der Corona-Krise. Foto: Marcel Lauck/ dpa
Der Badestrand von Hurghada ist menschenleer. Ägyptens Reisebranche hofft auf ein frühes Ende der Corona-Krise. Foto: Marcel Lauck/ dpa

Hurghada (dpa) - Von dunkelblau bis türkis färbt sich das Meer, das zu dieser Jahreszeit normalerweise unzählige Urlauber lockt. Aber die Strände von Hurghada sind menschenleer. In dem beliebten Badeort in Ägypten sind die Liegen dieser Tage zu Türmen gestapelt, kein einziger Tourist ist unter den Sonnenschirmen zu sehen.

Wegen der Corona-Krise sind Urlauber abgereist, Hotels und Restaurants wurden geschlossen. Und niemand weiß, wann das Strandleben hier wieder halbwegs normal weitergehen wird.

Leere Straßen und abgesperrte Strände

Die Hotels in Hurghada seien nur noch mit dem nötigsten Personal besetzt, sagt der aus Mannheim stammende Marcel Lauck, der in Hurghada eine Bar betreibt. «In den Straßen ist einfach nix mehr los. Man sieht nur noch ein paar Jogger. Das Meer ist auch abgesperrt.» Er und seine Freunde würden sich jetzt mit Sport oder Online-Kursen die Tage vertreiben. «Man hat sich mit der Situation abgefunden und macht das beste aus der Auszeit», sagt der 34-Jährige, der vor knapp zehn Jahren nach Ägypten auswanderte.

Auch die Strände in Scharm El-Scheich, ein weiterer beliebter Badeort in Ägypten, seien verlassen, berichten Anwohner. Der Ort lebt wie Hurghada - und Ägypten überhaupt - sehr stark vom Tourismus. Mehr als 13 Millionen Urlauber besuchten das nordafrikanische Land 2019. Viele Deutsche reisen regelmäßig an, um etwa am Strand zu entspannen oder Tauchen zu gehen. Durch das Coronavirus sind diese Einnahmen jetzt weggebrochen. Einige Experten vermuten, dass die Branche wegen der Krise pro Monat Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar macht.

Urlauber könnten im Novemer zurückkehren

Marcel Lauck glaubt daran, dass nach der Krise irgendwann wieder Normalität einkehren wird. «Die Deutschen lassen sich doch ihren Urlaub nicht nehmen.» Hurghada habe auch die politischen Umwälzungen der Jahre 2011 und 2013 sowie die Krise nach mehreren Terroranschlägen überlebt, als der Tourismus einbrach. Die Korallenriffe und das traumhafte Wetter im November - all das würden die Urlauber früher oder später wiederentdecken. Auch seine Bar will Lauck dann wieder öffnen.

Und die leeren Straßen und Strände hätten auch ihr Gutes, sagt Lauck: «Ehrlich gesagt ist es hier echt geil. Das Wetter ist super, man hat viel Platz und man kann machen, was man will.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Passanten gehen auf der Brücke «Pont de Bir-Hakeim», mit Blick auf den Eiffelturm. Foto: Philippe Lopez/AFP/dpa Urlaubsziele in Europa vor dem Neustart Ob ans Meer in Kroatien oder in die österreichischen Berge: Hält der Trend bei den Corona-Infektionszahlen an, könnten in Europa viele Grenzen ab 15. Juni wieder offen sein. Urlauber und Tourismusbranche schöpfen Hoffnung.
Ein Mann geht an einem leeren Strand in Antalya entlang. Foto: Marius Becker/dpa Reisewarnung für über 160 Länder bis Ende August verlängert Der Sommerurlaub an Adria und Algarve ist zwar gerettet, für Antalya und Hurghada kann man das aber noch nicht sagen. Die weltweite Reisewarnung wird nur für 31 europäische Länder aufgehoben. Für die Türkei, Ägypten oder Thailand bleibt sie bestehen.
Endlich wieder nach Mallorca? Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für 29 Länder auf. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Was bedeutet die Lockerung der Reisewarnung für Urlauber? Die Reisewarnung ist der schärfste Appell des Auswärtigen Amtes - Mitte Juni soll sie nun für 29 Länder aufgehoben werden. Was heißt das für Urlauber? Eine Einordnung.
Ob Griechenland oder anderswo - viele Verbraucher fragen sich gerade, ob sie ihren geplanten Sommerurlaub stornieren sollen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Sommerurlaub im Ausland: Stornieren oder nicht? Klappt der Spanien-Urlaub im Juli? Wie realistisch ist eine Kroatien-Reise? Der Sommerurlaub steht derzeit noch auf wackeligen Beinen. Verbraucher müssen abwägen.