Wut kann Kinder ohnmächtig machen

18.03.2019
Kinder die beim Schreien blau anlaufen, sind keine Erfindung aus lustigen Familienkomödien. Hat sich so ein kleiner Mensch wütend in Rage geschrien, kann es sogar zu einem Ohnmachtsanfall kommen. Ist das gefährlich?
Wutanfälle sind bei kleinen Kindern normal - und können in manchen Fällen sogar ohnmächtig machen. Foto: Andrea Warnecke
Wutanfälle sind bei kleinen Kindern normal - und können in manchen Fällen sogar ohnmächtig machen. Foto: Andrea Warnecke

Hamburg (dpa/tmn) - Das Kind schreit sich in Rage - und die Eltern denken, es fällt gleich um. So abwegig ist dieser Gedanke gar nicht. Denn zwei bis vier Prozent der Kleinkinder können bei Schreikrämpfen tatsächlich ohnmächtig werden, erklärt die Zeitschrift «Eltern» (Ausgabe 04/2019).

Auf diese sogenannten Affektkrämpfe reagieren Eltern am besten, indem sie das Kind ruhig ansprechen, es auf den Arm nehmen oder in die stabile Seitenlage bringen. Die Ursache ist meist harmlos: Bei extremen Schreianfällen kann sich die Stimmritze des Kindes krampfartig verschließen, wodurch keine Luft mehr in die Lunge gelangt. Um die Muskeln wieder zu entspannen wird das Kind ohnmächtig - eine Schutzreaktion. Spätestens im Alter von sechs Jahren legen sich die Affektkrämpfe wieder.

Unter Umständen lässt sich die Ohnmacht vermeiden, indem man das Kind durch lautes Klatschen oder Rufen vom Schreien ablenkt. Tritt eine solche Situation zum ersten Mal auf, können Eltern natürlich den Notarzt rufen. Und auch wer das nicht tut, geht nach dem ersten Affektkrampf am besten mit dem Kind zum Arzt. So lassen sich andere Ursachen der Ohnmacht ausschließen - Epilepsie etwa oder Herzrhythmus-Störungen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wenn der Stress mit den Kindern zu groß wird, raten Experten zu kurzen Auszeiten. Anschließend kann konstruktiver nach einer Lösung gesucht werden. Foto: Patrick Pleul/dpa Eltern sollten bei Wutanfällen kurze Auszeit nehmen Nach einem stressigen Arbeitstag kann der Wutanfall des Kindes besonders an die Substanz gehen. Experten raten Eltern in solch angespannten Situationen zu kurzen Auszeiten, um Energie zu gewinnen und mit Ruhe eine Lösung für das Problem zu finden.
Wenn Kinder sich morgens weigern, sich umzuziehen, dann werden Eltern schon mal ärgerlich. Doch wer gelassen bleibt, kann die Situation besser bewältigen. Foto: Patrick Pleul Wie Eltern bei Wutausbrüchen von Kindern gelassen bleiben Kinder funktionieren nicht immer so, wie es Eltern sich wünschen. Doch ihre Wutanfälle oder Trödeleien sollte man nicht persönlich nehmen. Die Zeitschrift «Kinder» gibt Tipps, wie Eltern gelassener bleiben können.
Alltag auf dem Spielplatz: Eltern beschäftigen sich mit Tablet und Smartphone statt mit ihren Kindern. Foto: Patrick Pleul/Symbolbild Blick aufs Smartphone stört Eltern-Kind-Beziehung Auf dem Spielplatz ist der Blick aufs Smartphone für viele Eltern spannender als das Backen von Sandkuchen. Was heißt das für die Kinder?
Gerade das Zähneputzen kann zwischen Eltern und Kindern zum Streit führen. Eltern sollten sich nicht provozieren lassen und mit Belohnungen arbeiten. Foto: Britta Pedersen Bei Provokationen von Kindern nicht gleich Strafen androhen Streitigkeiten zwischen Eltern und Kindern können sich schnell mal hochschaukeln. Eltern sollten dabei die Ruhe bewahren und möglichst nicht mit direkten Konsequenzen arbeiten.