Wie werde ich..? Facility Manager/in

22.02.2016
Von der Heizung bis zum Wasserdruck: Dass man an Wohnungen ständig etwas machen muss, kennt jeder aus den eigenen vier Wänden. Facility Manager kümmern sich nicht nur um einzelne Wohnungen - sie verwalten ganze Gebäudekomplexe. Ein sehr anspruchsvoller Job.
Lars Meier mag an seinem Job als Facility Manager die Vielseitigkeit. Von Architektur bis Anlagenbau bekomme er von allem etwas mit. Er arbeitet beim Dienstleistungsunternehmen Gegenbauer Facility Management in Berlin. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Lars Meier mag an seinem Job als Facility Manager die Vielseitigkeit. Von Architektur bis Anlagenbau bekomme er von allem etwas mit. Er arbeitet beim Dienstleistungsunternehmen Gegenbauer Facility Management in Berlin. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Berlin (dpa/tmn) - Als seine Firma den Auftrag erhielt, einen großen Gebäudekomplex in Berlin zu betreuen, prüfte Lars Meier das ganze Haus. Er untersuchte es von der früher mit einer Handkurbel betriebenen Turmuhr bis zur Sprinkleranlage für den Brandschutz.

Der 26-Jährige ließ sich alles zeigen - auch die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Dach. «Mein Techniker könnte von der Dachkante abstürzen, wenn die nicht gesichert ist», sagt der Facility Manager, der bei der Firma Gegenbauer arbeitet.

Beim Wort Facility Manager denken viele erst einmal an einen Hausmeister. Wer das Fach an einer von mehr als 15 deutschen Hochschulen auf Bachelor oder Master studiert, wechselt die Glühbirnen aber nicht selbst. Die Akademiker suchen nach passenden Firmen, um die ihnen anvertrauten Immobilien in Schuss zu halten oder beauftragen Handwerker aus dem eigenen Unternehmen.

«Facility Manager sind Generalisten», sagt Markus Lehmann, Vorstandsmitglied im Deutschen Verband für Facility Management (GEFMA). Ob in Hotels, Flughäfen oder Kliniken - sie vereinen technisches und kaufmännisches Know-how. Sie berechnen etwa, wie ein Gebäude so zu bewirtschaften ist, dass es sich wirtschaftlich lohnt.

Bereits mit einem abgeschlossenen Bachelor-Studium haben die Absolventen gute Jobchancen, erklärt Lehmann. «Wir erhalten ständig Anfragen von Unternehmen, aber auch von Kommunen und Krankenhäusern, die händeringend nach guten Leuten suchen», sagt der Professor, der neben der Arbeit für den Verband an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen angehende Facility Manager unterrichtet.

Das Einstiegsgehalt eines Facility Managers liege bei etwa 35 000 bis 40 000 Euro brutto im Jahr, sagt Lehmann. Allerdings kann es auch deutlich weniger sein, es hängt vom Einsatzort und den Aufgaben ab.

Facility Manager hantieren schon im jungen Alter mit hohen Geldsummen. Sie müssen deshalb Verantwortung tragen können. Außerdem brauchen sie ein hohes Maß an Flexibilität, um auf plötzliche Störungen zu reagieren - notfalls auch nachts. Doch viele brenzlige Situationen lassen sich vermeiden. «Facility Management lebt von guter Planung», sagt Karin Albert, Mitglied bei RealFM, einem weiteren Berufsverband für Facility und Real Estate Manager. Sie ist außerdem geschäftsführende Gesellschafterin der Bauakademie Berlin.

Auch ohne Studium können Männer und Frauen, die bereits einen Beruf gelernt haben, sich zum Fachwirt für Facility Management weiterbilden lassen. Unter den Absolventen der ein Jahr dauernden Weiterbildung seien Elektriker und kaufmännische Angestellte, aber auch Dachdecker und Ingenieure, sagt Karin Albert. Die Bauakademie Berlin ist eine der Einrichtungen, welche die Weiterbildung anbieten. Auf dem Stundenplan stehen Themen wie Prozessoptimierung oder Haustechnik. Albert hält neben logischem Denken und etwas mathematischem Geschick eine Eigenschaft für entscheidend: «Man sollte gern mit Menschen arbeiten und sie anleiten können.»

Lars Meier stimmt dem zu. «Du hast mit Eigentümern, Wartungsmonteuren und Architekten zu tun und musst mit allen eine Sprache finden», sagt der Facility Manager. Personalführung habe zwar auch im Studium eine Rolle gespielt, man verinnerliche es aber erst in der Praxis. Und ein Ende der Lernerfolge ist nicht in Sicht. Meier würde gern parallel zur Arbeit Prozessmanagement studieren. So könnte er später zum Beispiel Niederlassungsleiter werden. «Die Aufstiegschancen sind super», sagt er.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Nicht alle Azubis werden mit ihrer ersten Ausbildungswahl glücklich. Ein Wechsel muss dann nicht immer schlecht sein. Foto: Lyzs/Westend61/dpa-tmn Wie sich Ausbildungsabbrüche verhindern lassen Jeder vierte Azubi löst seinen Ausbildungsvertrag vorzeitig. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Still vor sich hin leiden muss aber niemand, der in der Ausbildung nicht glücklich ist.
Auch mit einem durchschnittlichen Hauptschulabschluss können Jugendliche eine Ausbildung im Handwerk finden. Foto: Ina Fassbender/dpa-tmn Mit Hauptschulabschluss in die Ausbildung Nach der Schule gleich die nächste Herausforderung: Einen Ausbildungsplatz finden. Viele Bewerber haben mindestens einen mittleren Abschluss. Verschlechtert das die Chancen für Hauptschulabsolventen?
Wie lange dauert es, zur Arbeit zu fahren? Diese Frage sollten Azubis vorher klären. Nichts ist peinlicher als gleich zu spät zu kommen. Foto: Christin Klose Diese 8 Fettnäpfchen sollten Azubis umgehen Viel zu spät in den Betrieb schlendern, dem Chef auf die Schulter klopfen und dann erstmal mit dem Gabelstapler losrollen: Wer seinen ersten Tag als Azubi so beginnt, darf sich über Gegenwind nicht wundern. Ausbeuten lassen muss man sich aber auch nicht.
Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bleibt gefragt. Foto: Oliver Berg Ausbildungsreport: Gleiche Lehrberufe bleiben beliebt In Deutschland gibt es mehr als 350 Ausbildungsberufe, doch ein Großteil der Bewerber konzentriert sich auf eine enge Auswahl. Da bleibt manche Berufsperle mit guten Perspektiven unentdeckt.