Wie werde ich Fachkraft für Möbel- und Umzugsservice?

18.02.2019
Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice haben einen äußerst anstrengenden, aber abwechslungsreichen Alltag. Mitunter verrichten sie ihre Arbeit auch im Ausland - und lernen so andere Lebensweisen kennen.
Bei der Arbeit nur herumzusitzen, das wäre nichts für Björn Germerott: Er macht eine Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. Foto: Henning Kaiser
Bei der Arbeit nur herumzusitzen, das wäre nichts für Björn Germerott: Er macht eine Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. Foto: Henning Kaiser

Alsdorf (dpa/tmn) - Für Björn Germerott ist Eintönigkeit im beruflichen Alltag ein Fremdwort. Der 20-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice bei der Internationalen Möbelspedition Maassen & Becker GmbH in Alsdorf bei Aachen.

Er verpackt Umzugsgüter, liefert Möbelstücke, montiert Küchen, installiert Elektrogeräte und arbeitet im Lager seines Ausbildungsbetriebs mit. Das Beste für ihn ist, dass er den ganzen Tag in Bewegung und handwerklich tätig ist. «Bei der Arbeit nur herumsitzen, das wäre nichts für mich», sagt Germerott.

Immer unterwegs, ständig in Kundenkontakt

Jürgen Zantis, Germerotts Chef und Vorstandsmitglied im Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ),betont: «Täglich gibt es andere Kunden und andere Rahmenbedingungen, die einen immer neu fordern.» Sein Betrieb ist unter anderem im Bereich Fernumzüge im In- und Ausland tätig. Die Mitarbeiter kommen viel herum. Germerott hat schon bei Umzügen nach Bayern und nach Frankreich mitgemacht. «Das finde ich echt gut, dass ich öfter mal woanders bin», erzählt er.

Wer sich für die Ausbildung interessiert, benötigt zumindest einen guten Hauptschulabschluss. «Gerne werden junge Leute mit Mittlerer Reife eingestellt», erklärt Zantis. Bewerber müssen körperlich fit und in der Lage sein, schwere Teile wie etwa einen Tresor notfalls auch in den fünften Stock eines Hauses ohne Aufzug zu tragen. Von Vorteil sind gute Mathematikkenntnisse, etwa Aufmaße oder Materialbedarf zu berechnen. Ebenfalls wichtig sind handwerkliches Geschick und Interesse für Technik: So klappt es mit dem Installieren von TV und EDV leichter. Daneben ist eine sorgfältige Arbeitsweise entscheidend. Werden Porzellan und Gläser transportiert, darf selbstredend nichts kaputt gehen.

Oft nicht leicht, die Freizeit zu planen

Auch wenn der Job körperlich anstrengend ist - Germerott macht das bislang nichts aus. Den einzigen Nachteil für ihn: «Oft ist das Ende eines Arbeitstages offen, das macht es nicht leicht, die Freizeit zu planen.»

Der Tag beginnt oft im Lager des Betriebs. Auf einem Plan ist vermerkt, was ansteht - Möbel oder Küchen werden ausgeliefert oder Umzüge stehen an. Die Fachleute verladen etwa Schränke und Regale oder auch eine Spülmaschine auf den Lkw - und das alles platzsparend und sicher. Am Zielort bauen die Fachkräfte dann alles auf, passen an und montieren - einschließlich der sanitären und elektrischen Installationsarbeiten. 

Vergütung je nach Bundesland unterschiedlich

Im Berufsschulunterricht befassen stehen etwa die verschiedenen Holzarten auf dem Stundenplan. Die Azubis lernen Holz zu sägen, zu hobeln und zu schleifen. Im Technikunterricht geht es um den Aufbau von Küchen oder Möbeln und die Installation elektronischer Geräte. 

Die Vergütung ist je nach Bundesland und Tarifvertrag unterschiedlich. Angaben der Bundesagentur bieten Orientierung: Im ersten Jahr verdienen die Auszubildenden demnach zwischen 645 und 805 Euro, im zweiten 710 bis 905 Euro und im dritten 830 bis 1045 Euro. Das Einstiegsgehalt einer fertigen Fachkraft liegt laut Zantis im Schnitt bei rund 2000 bis 2200 Euro. Oft arbeiten sie in Küchenstudios, Unternehmen des Möbelhandels, bei Umzugsfirmen oder auch als Hausmeister. Wohin es Germerott ziehen wird, weiß er noch nicht - erst einmal will er seine Ausbildung abschließen.

Berufsportrait bei der Bundesagentur für Arbeit


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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