Wie werde ich Automobilkaufmann/-frau?

01.05.2017
Automobilkaufleute arbeiten weder ausschließlich in der Werkstatt, noch verkaufen sie nur Autos: Sie organisieren vielmehr den Betrieb. Dafür müssen sie die Arbeit von allen Angestellten im Autohaus kennen. Nach der Ausbildung stehen Jugendlichen viele Türen offen.
Michael Huber interessiert sich für Autos - und hat diese Leidenschaft nun zum Beruf gemacht. Er lernt Automobilkaufmann bei BMW in München. Hier sitzt er in einem 5er BMW. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
Michael Huber interessiert sich für Autos - und hat diese Leidenschaft nun zum Beruf gemacht. Er lernt Automobilkaufmann bei BMW in München. Hier sitzt er in einem 5er BMW. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn

München (dpa/tmn) - Auf Autos fährt Michael Huber voll ab. Das ist privat so, aber auch beruflich. Der 22-Jährige steht kurz vor dem Abschluss seiner dreijährigen Ausbildung als Automobilkaufmann bei der BMW Group in München.

An seiner Berufswahl hat er keinen Tag gezweifelt. «Die Tätigkeit ist eine ideale Kombination meiner Interessen - Autos und Kontakt mit unterschiedlichen Menschen», sagt Huber. In Autohäusern oder bei Herstellern sind Automobilkaufleute die ersten Ansprechpartner für Kunden. Sie nehmen ihre Anrufe entgegen und vereinbaren Termine. Sie verhandeln mit Käufern den Preis und beraten bei Fragen rund um die Themen Finanzierung und Leasing. Sie bestellen und verkaufen Ersatzteile und Zubehör.

«Automobilkaufleute sind keine Autoverkäufer», stellt Andrea Zeus vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn klar. Dafür braucht es nach der Ausbildung noch eine Weiterbildung. Automobilkaufleute bereiten das Verkaufsgespräch allerdings vor und nach. Deshalb verbringen Auszubildende auch einen Teil ihrer Ausbildung im Verkauf. Eine weitere Station ist die Werkstatt.

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte ein technisches Grundverständnis mitbringen und bereit sein, ständig dazuzulernen. «Bei Fahrzeugen gibt es immer wieder Neuerungen, die Automobilkaufleute kennen müssen, damit sie Kunden optimal beraten können», erklärt Gabriele Jordanski vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Bewerber müssen außerdem kaufmännisches Geschick haben. Im Alltag geht es darum, Preise zu kalkulieren und Jahresabschlüsse zu erstellen. Wer sich für den Beruf entscheidet, muss auch samstags arbeiten - dafür gibt es zum Ausgleich einen freien Tag in der Woche.

2016 haben nach ZDK-Angaben bundesweit 5136 junge Leute eine Ausbildung zum Automobilkaufmann begonnen, darunter waren 2064 Frauen. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule. Die Ausbildungsvergütung ist von Bundesland zu Bundesland und gegebenenfalls je nach Unternehmen verschieden. Im ersten Jahr beträgt sie laut der Bundesagentur für Arbeit im ersten Jahr zwischen 570 und 976 Euro, im zweiten Jahr zwischen 600 und 1010 Euro und im dritten Jahr zwischen 630 und 1115 Euro - alle Beträge in brutto. Es kann im Einzelfall deutlich weniger sein.

Die Chancen, später vom Ausbildungsbetrieb als Fachkraft übernommen zu werden, sind allgemein gut, wie Zeus sagt. Nach ihren Angaben liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung bei zwischen 1800 und 2300 Euro brutto - es kann aber auch, je nach Arbeitgeber, niedriger oder höher ausfallen.

Wer sich nach der Ausbildung weiterbilden möchte, kann Automobil-Serviceberater werden und dann zum Beispiel Kulanzanträge oder Kundenreklamationen bearbeiten. Auch ein Studium zum Kfz-Betriebswirt ist möglich. Oder eine Fortbildung zum geprüften Automobil-Verkäufer. Letzteres strebt Huber mittelfristig an. «Erst einmal möchte ich nach Abschluss meiner Ausbildung weitere Berufserfahrungen im Fuhrpark-Management sammeln», sagt er.

Berufsbild bei der Bundesarbeitsagentur

Zahlen zum Beruf vom Bundesinstitut für Berufsbildung


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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