Studierende leiden nach Corona teils an Angstzuständen

29.12.2021
Schulen gehören zu den Orten, die die Auswirkungen der Pandemie besonders zu spüren bekommen. Eine Augsburger Studie zeigt nun, dass auch die, die dort künftig arbeiten werden, betroffen sind: Lehramtsstudierende leiden teils unter Zukunfts- und Existenzängsten.
Eine Befragung von Lehramtsstudierenden in Augsburg ergab, dass einige Studierende vor dem Hintergrund der Coronapandemie unter Zukunfts- und Existenzängsten leiden. Foto: Annette Riedl/dpa/Symbolbild
Eine Befragung von Lehramtsstudierenden in Augsburg ergab, dass einige Studierende vor dem Hintergrund der Coronapandemie unter Zukunfts- und Existenzängsten leiden. Foto: Annette Riedl/dpa/Symbolbild

Augsburg (dpa) - Lehramtsstudenten leiden nach den Einschränkungen durch die Pandemie zum Teil an Angstzuständen. Dies ist das Ergebnis einer Studie unter Studierenden in Augsburg.

Für die Untersuchung am Lehrstuhl für Schulpädagogik der Augsburger Uni wurden mehr als 1200 Erstsemestern ein Fragebogen zugeschickt, knapp 400 Studentinnen und Studenten und somit ein Drittel nahmen an der Untersuchung teil. Professor Klaus Zierer hatte für die Studie einen Fragebogen der Christopher Newport University in den USA übernommen, der mittlerweile in mehreren Ländern eingesetzt wird.

Corona-Ängste immer auch Zukunftsängste

Nach Angaben von Zierer habe der Großteil der Studierenden zwar keine zusätzlichen Angstzustände aufgrund der Corona-Krise. «Allerdings erreichen circa 15 Prozent der Lehramtsstudierenden einen auffallenden Wert und weisen insofern einen dysfunktionalen Angstzustand vor.» Die Augsburger Ergebnisse deckten sich mit internationalen Studien aus den USA, Italien, der Türkei und Korea.

Gerade Studierende stünden durch die Pandemie vor einer Ungewissheit, wie es weitergeht, erklärte Zierer. Sie hätten in der Phase der Existenzfindung fast zwei Corona-Jahre hinter sich. So seien die Corona-Ängste für die Betroffenen immer auch Existenz- und Zukunftsängste.

Schule neu denken

Zierer beschäftigt sich auch intensiv mit den Auswirkungen der Corona-Einschränkungen auf den Schulunterricht und hat dazu kürzlich das Buch «Ein Jahr zum Vergessen - Wie wir die Bildungskatastrophe nach Corona verhindern» veröffentlicht. Es gehe ihm nicht darum, in «Alarmismus» zu verfallen, sondern nach vorne zu schauen, schreibt Zierer darin.

Der Erziehungswissenschaftler will Ansätze dafür liefern, «um Schule neu zu denken». Dabei geht es Zierer nicht um Detailfragen wie beispielsweise die technische Ausstattung von Schulen. Studien zeigten, dass es um die Freude der Schülerinnen und Schüler nicht zum Besten bestellt sei, berichtet er. «Insofern ist es an der Zeit, sie (die Freude) zum Leitmotiv für Erziehung und Unterricht zu erheben.» Freude sei «das Bildungselixier schlechthin».

© dpa-infocom, dpa:211229-99-531468/4


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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