So viele Studenten ohne Abitur wie noch nie

03.04.2019
Die Zahl der Studierenden ohne Abi erreicht eine neue Rekordzahl. Selbst in den Ingenieurwissenschaften und der Medizin hat man Chancen auch ohne Hochschulreife.
Qualifikation durch Berufspraxis: Immer mehr studieren ohne Abitur. Foto: Raphael Knipping
Qualifikation durch Berufspraxis: Immer mehr studieren ohne Abitur. Foto: Raphael Knipping

Gütersloh (dpa) - Die Zahl der Studierenden ohne Abitur hat in Deutschland einen neuen Rekord erreicht. Knapp 60.000 Menschen studierten 2017, ohne vorher die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife erworben zu haben.

Damit hat sich die Zahl in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erhebung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung hervorgeht.

Wie schon im Jahr zuvor stehen bei den Studierenden ohne Abi vor allem Fächer aus den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hoch im Kurs. Gefragt sind aber auch Ingenieurwissenschaften und Medizin. Dass selbst Letzteres ohne Abi geht, ist laut CHE noch immer weitgehend unbekannt. Tatsächlich konnten im vergangenen Jahr aber rund 800 der insgesamt 109.000 Medizinstudenten die begehrten Plätze auch ohne Hochschulreife ergattern.

Die Qualifikation erfolgt bei der Bewerbung in den Fällen über die Berufspraxis. So ersetzt etwa die Note aus der Meister- oder Fachwirtprüfung die Abinote. Eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie ausreichend Berufserfahrung sind aber immer Pflicht.

Mit 8100 Studienabsolventen ohne vorheriges Abitur hat sich auch diese Zahl im Vergleich zu 2007 vervierfacht. Dies sei ein Indiz dafür, «dass die oft zitierte Studierfähigkeit nicht allein vom Abiturzeugnis abhängt», erklärte Sigrun Nickel vom CHE.

Centrum für Hochschulentwicklung

Infoportal Studieren ohne Abitur


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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