Münchner Musikhochschule erforscht jüdische Musikkultur

03.03.2020
Die Hochschule für Musik und Theater München untersucht in einem neuen Forschungszentrum das jüdische Musikleben im süddeutschen Raum. Damit soll unter anderem eine lebendige Erinnerungskultur gefördert werden.
Das Material der Forschung soll unter anderem allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung gestellt werden. Foto: Andreas Gebert/dpa
Das Material der Forschung soll unter anderem allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung gestellt werden. Foto: Andreas Gebert/dpa

München (dpa) - Die jüdische Musikkultur soll an der Hochschule für Musik und Theater in München künftig einen besonderen Stellenwert einnehmen. Dazu werde man am 30. März das Ben-Haim-Forschungszentrum eröffnen, teilte die Hochschule mit.

Es solle das jüdische Musikleben im süddeutschen Raum erforschen. Ein Schwerpunkt sollen Biografien und Werke jüdischer Musiker und Komponisten während des Nationalsozialismus sein. Mit Hilfe der Forschung wolle man Wiederaufführungen und Dokumentationen von Werken ermöglichen. Zudem wolle man allgemeinbildenden Schulen Material zur Verfügung stellen.

«Unsere Hochschule setzt sich kontinuierlich für eine lebendige Erinnerungskultur ein», sagte Hochschulpräsident Bernd Redmann. Die Hochschule ist in einem ehemaligen Repräsentationsbau der Nationalsozialisten untergebracht. Man sehe sich deshalb in einer besonderen historischen Verantwortung.

Das Zentrum, dessen Gründung von der Stadt München unterstützt wird, ist nach dem Dirigenten und Komponisten Paul Ben-Haim benannt. Er wurde 1897 als Paul Frankenburger in München geboren und studierte an der Musikhochschule. Später war er unter anderem Kapellmeister in Augsburg. 1933 wanderte er nach Palästina aus, wo er sich auch umbenannte in Ben-Haim. 1984 starb er in Tel Aviv.

Hochschule für Musik und Theater


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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