Fieber, Husten, rote Haut: Tipps für Pflegende

17.03.2016
Pflegebedürftige Menschen senden oft körperliche Signale, die von den Pflegenden nicht richtig eingeordnet werden können. Fieber muss nicht dramatisch sein - bei weiteren Symptomen sollte jedoch ein Arzt konsultiert werden. Auch Hautveränderungen können ein Alarmsignal sein.
Bei Fieber sollten Pflegebedürftige besonders viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Pflegende sollten jedoch bei weiteren Symptomen einen Arzt zu Rate ziehen. Foto: Oliver Berg
Bei Fieber sollten Pflegebedürftige besonders viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Pflegende sollten jedoch bei weiteren Symptomen einen Arzt zu Rate ziehen. Foto: Oliver Berg

Fieber bei Pflegebedürftigen lässt sich nicht senken - Arzt rufen

Bekommt ein pflegebedürftiger Mensch Fieber, sollte man ab einer Temperatur von 38,5 Grad versuchen, es zu senken. Dafür kommen als natürliche Heilmittel etwa wärmeentziehende Wadenwickel sowie Tee aus Weidenrinde oder Mädesüß infrage. Darauf weist das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hin. Wichtig bei Fieber ist, viel zu trinken. Wenn das Fieber trotz der Maßnahmen anhält oder noch weitere Symptome hinzukommen, sollte man einen Arzt rufen. Gleiches gilt, wenn die erhöhte Temperatur beziehungsweise das Fieber über zwei Tage anhält oder der Betroffene sehr geschwächt ist.

Allerdings sollten Wadenwickel etwa bei Schüttelfrost, kalten Händen oder Füßen sowie Harnwegsinfekten nicht angewendet werden. Wer auf Salicylate allergisch reagiert, darf auch Weidenrinde und Mädesüß nicht einnehmen.

Hautveränderungen sind bei Pflegebedürftigen ein Warnsignal

Gerade bei pflegebedürftigen Menschen können kleine Hautveränderungen zu schwerwiegenden Problemen führen. Deshalb sollten pflegende Angehörige bei Druckstellen, Hautrissen oder Verfärbungen den Arzt rufen. Darauf weist das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hin. Gleiches gilt für Wunden, Blutungen und Pusteln - oder wenn Hautstellen unangenehm riechen.

Aufrechte Position erleichtert Pflegebedürftigen das Abhusten

Hat ein Pflegebedürftiger Husten, sollten Angehörige ihn in eine aufrechte Position bringen. Das erleichtert das Abhusten, wie das Zentrum für Qualität in der Pflege erklärt. Dabei kann auch ein warmer Brustwickel helfen: Dazu ein gerolltes Baumwolltuch mit heißem Wasser übergießen und gut auswringen. Dann legt man das Tuch auf eine wasserdichte Unterlage auf Brusthöhe ins Bett. Darauf legt sich der Pflegebedürftige. Das Tuch wickelt man dann über die Brust und lässt es etwa 30 Minuten dort. Bei Fieber darf man aber keine warmen Brustwickel anwenden.

Wenn der Husten nach einer Woche nicht abklingt oder Blut im Auswurf ist, sollte man unbedingt einen Arzt rufen. Gleiches gilt, wenn zum Husten Fieber, Schmerzen oder Atemnot hinzukommen.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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