Eisfüße im Winter - Bewegung und warme Fußbäder helfen

13.01.2016
Schnee, Eisblumen am Fenster und warmer Tee: Der Winter kann so schön und so gemütlich sein. Wären da bloß nicht die dauernd kalten Füße. Dagegen lässt sich etwas machen. Am besten befolgt man die Tipps, die schon die eigene Großmutter gegeben hat.
Grundsätzlich sind kalte Füße kein Grund zur Sorge. Bei winterlichen Eisfüßen helfen oft schon dicke Wollsocken. Foto: Jens Kalaene
Grundsätzlich sind kalte Füße kein Grund zur Sorge. Bei winterlichen Eisfüßen helfen oft schon dicke Wollsocken. Foto: Jens Kalaene

München (dpa/tmn) - Eigentlich ist der Winter eine schöne Jahreszeit, doch er hat einen entscheidenden Nachteil: Wenn es kalt wird, frieren wir besonders an den Füßen. Das ist lästig, zum Glück aber meistens harmlos. Am besten hält man sich an die Ratschläge aus Großmutters Zeiten.

Dazu gehören passendes Schuhwerk, Wollsocken und warme Fußbäder. Wer ständig kalte Füße hat - auch bei milden Temperaturen - sollte allerdings untersuchen lassen, ob eine Durchblutungsstörung oder eine andere Krankheit dahintersteckt.

Auch wenn es sich unangenehm anfühlt: Frieren ist ein ganz normaler und nützlicher physiologischer Vorgang. «Unser Körper arbeitet immer ergonomisch», erklärt Monika Baumann, Ärztin für Physikalische Medizin aus München. «Prinzipiell wird durch die Kreislaufversorgung der ganze Körper durchblutet, das Blut wird aber vermehrt dorthin geschickt, wo es gerade am dringendsten benötigt wird.»

An erster Stelle stehen das Gehirn und die lebenswichtigen Organe im Brust- und Bauchraum. In diesen Körperregionen wird die Temperatur konstant auf 37 Grad gehalten. Arme und Beine dürfen etwas kühler werden. «Wenn man die Füße gerade nicht braucht, beispielsweise weil man lange im Büro sitzt, werden sie nicht so stark durchblutet und kühlen dadurch ab», sagt Baumann. Sie empfiehlt Büro-Frierern, ab und zu kurz aufzustehen und durch den Raum zu laufen oder Kniebeugen zu machen. Dann pumpt der Körper auch wieder Blut in die Füße.

Auch äußere Faktoren beeinflussen die Temperatur der Füße. Wer dünne, wasserdurchlässige Schuhe oder Kunststoffsocken trägt, muss sich im Winter über Eisfüße nicht wundern. Baumann empfiehlt Schuhe aus Naturmaterial, die bei nassem Wetter eine Gummisohle haben sollten und bei sehr kalten Temperaturen auch mit Fell gefüttert sein dürfen.

Jens Wagenknecht, Hausarzt aus Varel, rät davon ab, mehrere Lagen Socken übereinander tragen: «Dann fängt man an zu schwitzen, und das ist für die Wärmeregulation des Körpers ungünstig.» Ein beliebtes Mittel, gegen kalte Füße: aufsteigende Fußbäder. Dabei sollte man die Füße zunächst in lauwarmes Wasser stellen und alle paar Minuten vorsichtig heißes Wasser zugießen, bis nach etwa 15 Minuten eine Wassertemperatur von 41 bis 42 Grad erreicht ist.

Ursula Hilpert-Mühlig vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker empfiehlt Menschen, die ständig kalte Füße haben, jeden Tag so ein Fußbad zu nehmen, auch im Sommer.

Grundsätzlich sind kalte Füße kein Grund zur Sorge. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die Füße unterschiedlich warm sind oder sich verfärben, warnt Wagenknecht. Dann steckt dahinter möglicherweise eine Gefäßverengung, die den Blutdurchfluss vermindert. Ausgelöst beispielsweise durch langjähriges Rauchen oder Diabetes. Wenn Menschen ständig frieren, sollten sie außerdem abklären, ob sie an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Auch könnten manche Arzneimittel - wie beispielsweise Beta-Blocker - das kalte Gefühl an den Füßen und Händen verstärken.

In der Regel ist aber einfach der Winter und ein niedriger Blutdruck schuld an den Eisfüßen. Wagenknecht hat hier eine klare Empfehlung: regelmäßig Sport treiben. «Wenn man sich bewegt, gehen die Gefäße auf, der Körper wird gleichmäßig durchblutet, und auch die Hände und Füße werden warm.»


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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