Wie Sie ein gutes Tattoo-Studio erkennen

11.07.2022
Wer sich ein Tattoo stechen lassen will, sollte nicht nur das Motiv sorgfältig auswählen. Auch bei der Suche nach Tätowierern müssen Kunden gewissenhaft vorgehen. Woran Sie gute Studios erkennen.
Einige Tattoofarben stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Da die Farbpigmente dauerhaft unter der Haut bleiben, sollten Kunden sich vorab genau nach den verwendeten Materialien erkundigen. Foto: Bernd Diekjobst/dpa-tmn
Einige Tattoofarben stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Da die Farbpigmente dauerhaft unter der Haut bleiben, sollten Kunden sich vorab genau nach den verwendeten Materialien erkundigen. Foto: Bernd Diekjobst/dpa-tmn

Berlin (dpa/tmn) - Bei der Entscheidung für ein bestimmtes Tattoo-Studio sollte nicht nur der Stil eines Tätowierers den Ausschlag geben. Vielmehr ist beim Tätowieren die Hygiene vor Ort sehr wichtig, damit man sich über die Nadel keine Entzündungen oder Krankheiten holt.

Denn mangelnde Hygiene im Tattoo-Studio könne zu schweren Infektionen wie HIV oder Hepatitis führen, warnen die Verbraucherzentralen. Am besten informieren sich Kunden vorab über das Studio und auch über die dort verwendeten Farben.

Hygiene-Checkliste durchgehen

Der Tätowierer oder die Tätowiererin muss in einem hygienischen und sauberen Umfeld arbeiten. Neben leicht abwischbaren Oberflächen und Böden gehört dazu etwa auch, dass sich auf der Liege oder dem Stuhl Einwegtücher befinden, erklärt die Internetseite safer-tattoo. Und die Informationsseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat eine Checkliste zusammengestellt, woran man hygienische Studios erkennt.

Unter anderem diese Fragen sollten Kunden positiv beantworten können: Ist die Tätowiermaschine hygienisch in Plastik verpackt oder ist sie abwischbar? Stehen kleine Einmalbehälter für die Tattoo-Farben sowie Desinfektionsmittel bereit? Arbeitet der Tätowierer mit Einmalhandschuhen, sterilen Nadeln, vielleicht sogar mit Mundschutz?

Auf Tattoo-Farben achten

Lange gab es keine einheitlichen Regelungen für Tätowier-Studios. Dann kam 2020 die DIN-Norm «Tätowieren - Sichere und hygienische Praxis (DIN EN 17169)». Seit Januar 2022 gibt es in der EU zudem gesetzliche Anforderungen an Tattoo-Farben.

Laut der Verordnung (EU) 2020/2081 dürfen die Farben etwa keine Stoffe mehr enthalten, die als krebserzeugend oder erbgutschädigend eingestuft werden. Über 4000 Schadstoffe wurden verboten oder beschränkt. Experten befürchten laut den Verbraucherzentralen, dass manche Studios nun unerforschte Ersatzprodukte verwenden könnten.

Beratung ist wichtig

Einige Farben stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Da die Farbpigmente dauerhaft unter der Haut bleiben, sollten Kunden sich vorab genau nach den verwendeten Materialien erkundigen.

Lassen Sie sich vom Studio bestätigen, dass die Farben den aktuellen Regelungen entsprechen. Laut safer-tattoo erkennt man ein gutes Studio auch daran, dass der Tätowierer nach bestehenden Allergien fragt. Generell ist es ein gutes Zeichen, wenn Tätowierer Kunden ausführlich informieren, sodass sie sich im Studio gut aufgehoben fühlen.

Kunden sollten zudem darauf achten, dass die Tattoo-Farben Etiketten haben - mit Herstellerangaben, Haltbarkeitsdatum, Chargennummer sowie Angaben zu den Inhaltsstoffen. Ein Foto vom Etikett kann später bei auftretenden Allergien helfen, Inhaltsstoffe nachzuvollziehen.

Zeit bei der Motivwahl lassen

Nicht zuletzt sollte natürlich auch der Stil des Tätowierers zum eigenen Geschmack passen, schließlich trägt man das Motiv meist ein Leben lang. Denn wichtig zu wissen: Tattoos lassen sich oft nicht ganz spurlos und nicht ohne Risiko entfernen, warnen die Verbraucherschützer.

In der Regel übernehmen Krankenkassen nicht die Kosten für eine Entfernung oder für Folgeschäden. Die Entscheidung, zum Tätowierer zu gehen, sollte daher nicht aus einer Urlaubslaune oder spontanen Idee heraus gefällt werden.

© dpa-infocom, dpa:220708-99-957706/2

safer-tattoo

safer-tattoo: Checklisten

BfR: Risiken beim Entfernen von Tattoos

Din-Norm: Tätowieren sicher und hygenisch

Verbraucherzentrale: Gesundheitsrisiken bei Tätoos


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer sich ein Tattoo stechen lässt, glaubt in der Regel, es für immer behalten zu wollen. Überlegt man es sich anders, ist es nicht so einfach, die Farbe in der Haut wieder loszuwerden. Foto: Jörg Donecker/dpa-tmn Wenn das Tattoo zum Makel wird: So wird man es wieder los Ungeliebte Tätowierungen können weggelasert werden. Von Erfolg ist die teure und unangenehme Prozedur allerdings nicht immer gekrönt. Ob sie gelingt, hängt zum Beispiel davon ab, welche Farbe das Tattoo hat.
Wird ein Tattoo per Laser entfernt, muss die Behandlung in der Regel mehrmals wiederholt werden. Foto: Carsten Koall/dpa/dpa-tmn Tattoo soll weg: «Ein Laser ist kein Radiergummi» Ein Tattoo wird so gestochen, dass es möglichst lange hält. Soll es im Normalfall ja auch. Wenn das Tattoo irgendwann doch verschwinden soll, wird es kniffelig. Welche Methode ist die Beste?
Tätowierer Makowski befürchtet einen Einbruch der Kundenzahlen. In seinem Studio «Älteste Tätowierstube in Deutschland» wird sehr viel mit bunten Motiven gearbeitet. Foto: Marcus Brandt/dpa Viele Tattoo-Farben enthalten potentiell gefährliche Stoffe Die Tätowier-Szene schaut mit Unsicherheit ins neue Jahr. Grund ist eine EU-Verordnung, die künftig für weniger bunte Haut sorgen könnte.
Eine Tattoo-Entfernung ist nicht unbedenklich - wer seine Tätowierung loswerden will, sollte die Laserbehandlung von Fachleuten durchführen lassen. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn Tattoo-Lasern am besten beim Hautarzt Bunte Fabelwesen oder der Schriftzug mit dem Namen des Liebsten - viele Menschen lassen sich die Haut mit Tattoos verzieren. Doch ist es mit der Liebe vorbei, soll oft auch das Tattoo wieder weg. Die Entfernung ist aber nicht unbedenklich.