Was die tägliche Hautreinigung und das Peelen bringt

24.01.2017
An die Gesichtshaut kommt nur Wasser und Seife? Besser nicht! Seife kann hier den Säureschutzmantel der Haut verändern. Wichtig ist aber die tägliche Reinigung durchaus - am besten mit Reiniger und Gesichtswasser. Und ab und an tut auch ein Peeling gut.
Gesichtswasser können zur zusätzlichen Reinigung nach dem groben Entfernen von Schmutzresten mit Schaum, Gel oder Öl eingesetzt werden. Nur wenn die Poren rein sind, können Cremes wirken. Foto: Christin Klose
Gesichtswasser können zur zusätzlichen Reinigung nach dem groben Entfernen von Schmutzresten mit Schaum, Gel oder Öl eingesetzt werden. Nur wenn die Poren rein sind, können Cremes wirken. Foto: Christin Klose

München (dpa/tmn) - Make-up-Spuren, winzige Partikel aus der Luft und natürliche Hautfette: Im Laufe eines Tages lagert sich so einiges an Schmutz auf unserer Gesichtshaut ab. Das ist einer der Gründe, warum eine sanfte und effektive Reinigung so wichtig ist.

Der andere: «Nur wenn die Poren nicht verstopft sind, kann die Tages- oder Nachtcreme ihre pflegende Wirkung entfalten», erklärt Stefan Duve, Dermatologe aus München. «Am effektivsten ist die Gesichtsreinigung, wenn sie sich in mehrere Schritte gliedert und die einzelnen Produkte auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt sind.»

Als Erstes werden das Make-up und gröbere Schmutzreste entfernt. Je nach Hauttyp kann man dabei Schaum, Gel oder Öl benutzen. Während leichte, frische Gele vor allem für den fettigen Teint geeignet sind, sind ölhaltige Reiniger gut zu trockener Haut, weil sie rückfettend wirken. «Ob man zum richtigen Produkt gegriffen hat, merkt man normalerweise sofort: Wenn die Haut spannt oder gar schuppt, war die Reinigung zu aggressiv», erklärt Duve. Das Reinigungsprodukt wird mit kreisenden Bewegungen aufgetragen und mit viel Wasser entfernt - wobei lauwarm die schonendste Temperatur ist. Danach das Gesicht mit einem Handtuch trockentupfen.

Im nächsten Schritt kommt ein Gesichtswasser zum Einsatz. Dabei sollte man genau hinsehen, was man kauft. Denn: «Gesichtswasser ist nicht gleich Gesichtswasser», erklärt die Hautärztin Pia Paes aus Hamburg. «Man unterscheidet zwischen Produkten zur Nachreinigung und solchen zur Tonisierung.» Letzteres bedeutet, sie stärken die Haut. «Diese Produkte dienen dazu, den pH-Wert der Haut nach der Reinigung auszugleichen», ergänzt Paes. Das spielt übrigens vor allem dann eine Rolle, wenn man zu Hause besonders kalkhaltiges Wasser hat.

Relativ neu im Handel ist sogenanntes Mizellen-Gesichtswasser, das eine effektive Reinigung verspricht. Mizellen sind mikroskopisch kleine Partikel, die aus Tensiden bestehen. Diese binden Make-up-Reste und Schmutz und ziehen sie von der Haut ab. «Sie sind besonders schonend zur Haut und dabei sehr gründlich», sagt Paes.

Ein Klassiker sind Gesichtswässer, die Alkohol enthalten. «Dessen desinfizierende Wirkung ist bei fettiger, zu Unreinheiten neigender Haut erwünscht», erklärt Paes. Gleichzeitig können alkoholhaltige Produkte die Haut jedoch stark austrocknen, weshalb die Hautärztin keine dauerhafte Anwendung empfiehlt. «Bei trockener, produktempfindlicher Haut sollte gänzlich auf alkoholhaltige Formulierungen verzichtet werden.»

Übertreiben mit dem Reinigen sollte man es nicht: «Eine ein- bis zweimalige Gesichtsreinigung täglich ist vollkommen ausreichend», sagt Hautarzt Jörg Fränken aus Schwelm (Nordrhein-Westfalen). «Sonst werden der Schutzmantel, die Hautbarrierefunktion und das Mikrobiom geschädigt.» Darunter versteht man die natürliche Besiedelung der Haut durch Bakterien. Von normaler Seife zur Reinigung raten die Experten übrigens ab: Eine Seife verändert den pH-Wert, was den Säureschutzmantel der Haut empfindlich beeinträchtigen kann.

Eine besondere Form der Reinigung ist das Peeling. «Dabei werden Produkte mit feinsten Schleifpartikelchen benutzt, die vor allem abgestorbene Hautzellen entfernen», erklärt Hautarzt Fränken. Normale Peelings sind etwas für zu Hause, es gibt aber auch Sonderformen wie das Chemical Peeling in vielen Hautarztpraxen. Dabei kommen teilweise Peelingsubstanzen zum Einsatz, die auch die tieferen Hautschichten beeinflussen.

Es gibt auch mildere Formen: Ein oberflächliches Peeling erreicht die oberste Lage, die sogenannte Hornschicht der Haut, erläutert Fränken. Damit ließen sich die Hautstruktur und -textur verbessern, oberflächliche Pigmentierungen und auch leichtere Formen der Akne behandeln. «Meist kommen hier Fruchtsäuren insbesondere Glykolsäure zur Anwendung.» Und da diese Peelings sich sogar in der Mittagspause durchführen lassen, werden sie auch als «Lunchtime-Peelings» bezeichnet.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

KEYWORDS

TEILEN


Das könnte Sie auch interessieren
Wer sich eincremt, möchte seiner Haut etwas Gutes tun. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn Öko-Test prüft Körperlotionen Wer sich eincremt, möchte seine Haut pflegen - ohne Stoffe, die unter Umständen gesundheitsgefährdend sind. Die Zeitschrift «Öko-Test» hat daher über 50 Körperlotionen getestet.
So offensichtlich ist nicht jede Parfüm-Fälschung. Es lohnt sich ein genauer Blick auf die Details. Foto: Andrea Warnecke Preis ist kein echter Hinweis für gefälschte Parfüms mehr Fälschungen von Parfüms und Kosmetikprodukten werden immer professioneller. Für Verbraucher ist es nahezu unmöglich, am Produkt selbst zu erkennen, ob sie ein Plagiat in den Händen halten. Martin Ruppmann vom VKE-Kosmetikverband nennt Tipps für Käufer.
Urea ist in vielen Cremes zur Bekämpfung von trockener Haut enthalten. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn/dpa Urea in Cremes sorgt für Geschmeidigkeit Trockene, kalte Luft kann die Haut austrocknen lassen und zu Juckreiz führen. Viele vertrauen deshalb auf Feuchtigkeits-Cremes. Urea ist häufig ein wirksamer Bestandteil solcher Kosmetikprodukte.
Parabene sind ein beliebter Konservierungsstoff für Kosmetika, aber bei Verbrauchern als potenziell krebserregend in Misskredit geraten. Foto: Andrea Warnecke Clean Cosmetic: «Nein» zu kritischen Stoffen Sie tragen ihren vermeintlichen Vorteil schon im Namen: Clean Cosmetics verzichten auf kritische Wirkstoffe. Aber sind sie deshalb wirklich besser für die Haut?