Festlich und elegant: Perfekt gestylt zum Abschlussball

05.04.2016
Der Abschlussball nach der Schulzeit oder dem Tanzkurs ist für viele junge Erwachsene der erste Anlass, sich richtig aufzubrezeln. Und wohl der wiederholte Anlass zur Frage: Was ziehe ich bloß an?
Der Einreiher ist der Klassiker: Aber auch ein Zweireiher ist derzeit in Mode, hier entsprechende Modelle von Sarar (Schuhe je 269 Euro, Hemden je 129 Euro, Anzüge je 479 Euro). Foto: Sarar
Der Einreiher ist der Klassiker: Aber auch ein Zweireiher ist derzeit in Mode, hier entsprechende Modelle von Sarar (Schuhe je 269 Euro, Hemden je 129 Euro, Anzüge je 479 Euro). Foto: Sarar

Aschaffenburg (dpa/tmn) - Für viele ist es der erste Ball des Lebens. Auf die anstrengenden Abschlussprüfungen folgt an Schulen häufig ein Ball. Auch der Tanzkurs wird oft mit einer Feier gekrönt. Schon Wochen zuvor stehen viele Jugendliche vor dem Kleiderschrank und fragen sich: Was ziehe ich an?

Meist gibt die Einladungskarte bereits Auskunft darüber. «Es ist der erste gesellschaftliche Auftritt. Deshalb sollen sich alle - Tanzschüler, Eltern und Gäste - richtig schick machen», heißt es zum Ball-Dresscode beispielsweise auf der Homepage der Tanzschule Alisch in Aschaffenburg.

Frauen haben viele Möglichkeiten: von bodenlangen Roben über schicke Cocktailkleider bis hin zu leichten Sommerkleidern. Männer kommen im Anzug mit schickem Hemd und passender Fliege oder Krawatte zum Ball. «Für alle gilt: keine Jeans, T-Shirts, Pullis und Turnschuhe, auch wenn es die neuesten, hippsten Modelle sein mögen, die momentan auf dem Markt sind», betont die Tanzschule. Andernfalls kann auch mal der Zutritt verweigert werden.

Bei Frauen muss es zwar kein langes Kleid sein, knielang gilt aber als absolutes Mindestmaß. «Zu viel Bein und zu viel Dekolleté gelten für einen Ball eher als unangemessen», sagt Style-Coach Andreas Rose aus Frankfurt am Main. «Mädchen, die nach dem Abiball noch in einen Club weiterfeiern wollen, sollten bei der Kleiderwahl auf knielang statt bodenlang achten», rät er. Ansonsten gilt: Welches Kleid das richtige ist, hängt vor allem vom individuellen Geschmack ab.

Bodenlange Roben kommen häufig in klassischen Schnitten und kräftigen Farben daher. Zarte Stoffe, wie Seide oder Chiffon, in Pastelltönen wirken sehr feminin, romantisch und verspielt. Mit angesagten Midi-Kleidern lässt sich etwas Vintage-Flair verbreiten. «Moderner sind Cocktailkleider, deren Modelle knapp über dem Knie enden und variantenreich tailliert, schulterfrei oder mit einem reizvollen Rückenausschnitt daherkommen», sagt Rose. Ist das Kleid ärmellos, schützen Bolero oder ein Tuch, wenn es mal kälter sein sollte.

Für schmale Kleiderschnitte braucht es aber auch eine schmale Figur. Wer etwas mehr Kurven hat, kann sie in Kleidern mit anliegenden Oberteilen und etwas ausgestelltem Rock gut zur Geltung bringen. Für Frauen mit kräftigen Beinen hat Stilberaterin Sylvia Ebner aus Stuttgart einen Tipp: «Bei einer knieumspielenden Rocklänge sehen auch etwas kräftigere Waden richtig feminin aus», findet sie.

Die eigene Figur spielt auch bei der Farbwahl eine Rolle: Feminine Figuren sollten zu gedeckten Farben greifen. Es muss aber nicht immer schwarz sein. «Tolle Kleider gibt es in Farben wie Rubinrot, Smaragdgrün, Pflaume oder Saphirblau», weiß Ebner. Je nach Kleid und Geschmack wird dazu immer eine Feinstrumpfhose getragen.

Bei den jungen Männern lohnt sich die Investition in das Ball-Outfit richtig: Hemd, Anzug und Schuhe werden meist auch bei Vorstellungsgesprächen nach der Schulzeit angezogen. Mit einem weißen Slim-Fit-Hemd machen Männer nichts falsch. Dazu reicht ein Anzugmodell von der Stange. «Neben erschwinglichen Preisen gelten die Passformen als modisch topaktuell», sagt Rose. Als Anzugfarben sind Navy, Grau, Mittel- bis Dunkelblau, Anthrazit oder Schwarzbraun empfehlenswert. Die Kombi aus schwarzem Anzug mit weißem Hemd wirke dagegen eher ideenlos, urteilt Ebner.

Normal ist ein Einreiher. Modisch gehe aber zurzeit auch ein Zweireihersakko, also ein Sakko mit zwei Knopfleisten - mit der Einschränkung, dass dieses immer komplett geschlossen getragen werden muss. Gerade beim Tanzen ist das eher ungünstig, genauso wie eine steife Weste unter dem Sakko. Die Hosenbeine müssen auf der Oberkante des Absatzes enden. Der Gürtel sollte die Farbe der Schuhe haben.

Bei den Krawatten greifen schlanke Männer zur schmalen Variante, kräftige Figuren zu etwas breiteren Modellen. Die Farbe stimmt man mit dem Anzug ab - beides sollte in der gleichen Farbwelt liegen. «Individualität kann mit einem Einstecktuch oder einem Hemd mit Manschettenknöpfen erreicht werden», rät Ebner.

Auch die Frisur gehört zu einem guten Outfit dazu, das gilt natürlich besonders bei Frauen. «Am besten eine Woche vorher zum Frisör gehen», rät Ebner. Bei Make-up, Schuhen und Schmuck sollten sie sich aber zurückhalten. «Ein Ballkleid wirkt am besten, wenn der Rest des Looks relativ pur gehalten ist», sagt Rose.


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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