Eine Nicht-Farbe ist der Farbtrend des Sommers

29.06.2020
Weiß ist ein Modetrend des Sommers. Besonders drei Kleidungsstücke in Weiß und eine bestimmte Farbkombination sollten sich Modefans vornehmen.
Edel und clean wirkt diese komplett in weiß gehaltene Kombination von Oui (Jacke ca. 120 Euro, Shirt ca. 50 Euro, Hose ca. 100 Euro). Foto: Oui/dpa-tmn
Edel und clean wirkt diese komplett in weiß gehaltene Kombination von Oui (Jacke ca. 120 Euro, Shirt ca. 50 Euro, Hose ca. 100 Euro). Foto: Oui/dpa-tmn

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Weiß ist ein Modetrend? Vor allem im Sommer ist Weiß doch nie aus der Mode wegzudenken. «Das liegt vor allem daran, dass Weiß eine so wandelbare Farbe ist», sagt Shopping-Berater Andreas Rose aus Frankfurt. «Man kann sie immer wieder neu und anders kombinieren.»

Gerade in 2020 findet sich die Farbe besonders häufig in den Kollektionen. Wobei man hier vorsichtig sein sollte, wie man Weiß bezeichnet: Weiß wird in manchen Farblehren als Nichtfarbe geführt. Andere wiederum sehen in ihr die Summe aller Farben des Lichts.

Fließende Kleider ein Weiß

Vor allem angesagt sich fließende Kleider in Weiß, «die oftmals mit Rüschen oder Spitze geschmückt sind», berichtet Rose. Sie waren häufig auf den Laufstegen internationaler Modeschauen zu sehen. «Die passen natürlich perfekt in den Sommer. Damit die Wirkung nicht zu süßlich wird, werden dazu entweder Sneakers oder aber derbe Boots getragen», empfiehlt der Modeexperte.

Röcke gibt es in dieser Saison ebenfalls oft in Weiß. «Hier fallen vor allem Varianten in Maxilänge ins Auge», sagt die Farbberaterin Inka-Müller Winkelmann aus Schildow in Brandenburg. «Auch die lassen sich ganz vielseitig kombinieren, entweder Ton in Ton oder ganz bewusst mit Kontrasten, zum Beispiel in Neonfarben.»

Das dritte angesagte Teil in Weiß sind schmale Hosen: «Auch mit ihnen kann man wunderbar kombinieren", findet die Stylistin Valeriya Licht aus Berlin. «Mit einem cremefarbenen Oberteil wirkt eine weiße Hose sehr edel. Kombiniert man dagegen leuchtende Töne dazu, ergibt sich ein frischer, sommerlicher Look.»

Weiß mit Materialien in unterschiedlichen Strukturen

Aber auch Weiß mit Weiß zu kombinieren kann spannend sein - sehr klassisch und clean wirkt das. Der Tipp, damit es gut aussieht: Materialien in unterschiedlichen Strukturen. «Zu einem Rock in fließendem Stoff wird beispielsweise ein Pullover in grobem Strick kombiniert, zu einer Hose aus strukturiertem Leinen passt eine schimmernde Seidenbluse», zählt Stylistin Licht auf.

Darüber hinaus lässt sich Weiß gut in Schattierungen zusammenstellen - von Cremeweiß über Eierschalenfarben bis Reinweiß. Das wirke nicht nur clean und edel, erklärt Müller-Winkelmann. «Es hat auch den Vorteil, dass man größer wirkt, denn Weiß streckt. Das gilt allerdings nur, wenn die Nuancen sehr ähnlich sind. Alle Kontraste dagegen unterbrechen die Silhouette.»

Weiß ist auch eine beliebte Farbe aufgrund der Wirkung. In unserem Kulturkreis hat sie positive Assoziationen, sagt Modeberater Rose, «Weiß steht hier für Reinheit und Klarheit, für Luxus und Freude. In anderen Kulturkreisen ist das übrigens anders: In weiten Teilen Asiens beispielsweise ist Weiß die Farbe der Trauer.»

Weiß ist Haute Couture

Darüber hinaus hat Weiß eine Tradition in der Mode. «Bereits in den 1950er Jahren empfahl Christian Dior diesen Ton für Abendroben, er hielt Weiß für die schönste Farbe für glamouröse Feste», berichtet Modeberater Rose.

Von da an gehörte Weiß zur Haute Couture, Coco Chanel etwa hielt die weiße, schlichte Bluse für unverzichtbar. «Die gehört auch heute noch als Basic-Teil in jeden Kleiderschrank», findet Müller-Winkelmann. «Zusammen mit einer Jeans ergibt sie einen ganz klassischen Look.»

Auch Schwarz-weiß - ebenfalls eine Kombination, die Coco Chanel berühmt gemacht hat - ist in diesem Sommer angesagt. «Auch diese Kombination ist im besten Sinne klassisch», sagt Licht. «Allerdings sollte man zu einer weißen Bluse unbedingt Make-up tragen, weil gerade reines Weiß sonst leicht blass macht.»

Grundsätzlich sollte man den Weißton für das Oberteil vom Teint abhängig machen «So passt gebrochenes und reines Weiß am besten zu kühlen Hauttypen, Champagner oder Eierschale dagegen zu warmen Hauttypen», erklärt die Stylistin.

Ein kühler Hautton ist hell, fast blass, hat aber rosa Untertöne. Ein warmer Hautton ist eher braun und zeichnet sich durch gelbe Untertöne aus. Diese Untertöne sind es, die Farben unterschiedlich gut an uns aussehen lassen. Doch man kann auch tricksen: Bei einem Oberteil in reinem Weiß zu einem warmen Hautton rät Licht zur Kombination von Schmuck, der einen farbigen Akzent setzt.

© dpa-infocom, dpa:200626-99-574278/3


Verfasser: dpa-infocom GmbH

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